Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat die Herausgabe der Steuererklärung von US-Präsident Donald Trump verlangt. Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance habe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars USA eine behördliche Anordnung geschickt, Trumps persönliche und geschäftliche Steuererklärungen von acht Jahren herauszugeben, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Zuvor hatte die New York Times darüber berichtet.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft werde "vollständig seinen rechtlichen Verpflichtungen nachkommen", hieß es von der Staatsanwaltschaft. Trump sagte, er wisse nichts von der Anordnung. Das Büro des Staatsanwalts wollte zur Anordnung keine Stellung nehmen.

Trump geht rechtlich gegen Forderungen mehrerer Kongressausschüsse vor, Einblick in seine Steuerunterlagen zu bekommen. Anfang April hatten die Demokraten im Repräsentantenhaus erstmals offiziell die Herausgabe der Steuererklärungen von 2013 bis 2018 verlangt. Trump ging der Forderung nicht nach und begründete das mit einer laufenden Steuerprüfung. Im Mai ordnete ein Bundesgericht die Offenlegung von Trumps Steuererklärung an. Er dürfe diese Forderung des Repräsentantenhauses nicht ablehnen. Der Präsident ging in Berufung. Zuvor hatte das Finanzministerium den Abgeordneten eine Absage erteilt. Es gebe keine rechtliche Grundlage für die Herausgabe von Steuerdokumenten des Präsidenten an den Kongress. 

Zahlungen an Stormy Daniels sollen vertuscht worden sein

Im August hatte dann Staatsanwalt Vance die Trump Organization angewiesen, Daten über die Zahlungen von Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels herauszugeben, mit der Trump ein Verhältnis gehabt haben soll. Trump bestreitet das, Bundesanwälte prüfen Zahlungen. Eingefädelt wurden die Zahlungen durch Trumps früheren Anwalt Michael Cohen. Er soll Daniels selbst bezahlt und das Geld später von der Trump Organization zurückerstattet bekommen haben. Der New York Times zufolge untersucht Vance auch, ob jemand in der Trump Organization Geschäftsberichte gefälscht hat, indem er die Erstattung an Cohen als Rechtskosten verbuchte.

In den USA ist es seit einigen Jahrzehnten üblich, dass Präsidentschaftskandidaten noch im Wahlkampf ihre Steuererklärung veröffentlichen. Trump brach mit der Tradition mit der Begründung, seine Steuererklärung sei viel zu kompliziert. Das heizte Gerüchte an, Trump hätte etwas zu verbergen oder lüge in Bezug auf die tatsächliche Höhe seines Vermögens. Der letzte, der seine Steuererklärung ebenfalls nicht veröffentlichte, war der Republikaner Gerald Ford im Wahlkampf 1976.