Die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft hat ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó eingeleitet. Der Oppositionsführer hintertreibe die jahrelangen Bemühungen der venezolanischen Regierung zur Rückgabe der rohstoffreichen Region Esequibo, sagte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab. Damit habe er sich des Vaterlandsverrats schuldig gemacht.

Seit mehr als 100 Jahren beansprucht Venezuela die zum Nachbarland Guayana gehörende Region. 2015 war der Konflikt wieder aufgeflammt, weil Guyana dem US-Ölkonzern Exxon Mobil Förderlizenzen in dem Gebiet erteilt hatte.

Nach Angaben der venezolanischen Regierung wurde das Guaidó-Lager von Seiten der USA gedrängt, den Anspruch Venezuelas auf Esequibo aufzugeben und an multinationale Konzerne wie etwa Exxon Mobil "auszuliefern". Staatschef  Nicolás Maduro hatte die Justiz aufgefordert, Ermittlungen gegen Guaidó einzuleiten. Esequibo macht mehr als die Hälfte des guayanischen Staatsgebiets aus.

Der Machtkampf zwischen den Regierungen von Parlamentspräsident Juan Guaidó und Staatschef Nicolás Maduro dauert nun schon Monate an. Guaidó hatte sich im Januar zum Übergangsstaatschef in Venezuela erklärt und wird von etwa 50 Staaten anerkannt. Seitdem laufen bereits eine Reihe von Verfahren gegen ihn, darunter wegen Amtsanmaßung. Im April wurde ihm die Immunität entzogen, doch entging er bisher einer Festnahme. Die US-amerikanische Regierung warnt Maduro vor einer Verhaftung des Oppositionsführers.