Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich kritisch zu der Rede der Umweltaktivistin Greta Thunberg vor den Vereinten Nationen geäußert. Thunberg habe eine "aufrüttelnde" Rede zum Klimaschutz gehalten, "in der aus meiner Sicht nicht ausreichend zum Ausdruck kam, in welcher Weise Technologie, Innovation gerade im Energiebereich, aber auch im Energieeinsparbereich uns Möglichkeiten eröffnet, die Ziele zu erreichen", sagte Merkel in New York. Die Kanzlerin hatte Thunberg am Montag am Rande des UN-Klimagipfels kurz getroffen. "Ich messe Innovation und Technologie eine sehr große Bedeutung bei. Das ist ein Widerspruch zu dem, was ich da gestern gehört habe", sagte Merkel.

Thunberg hatte Regierungen in einer emotionalen Rede Verrat und Untätigkeit beim Klimaschutz vorgeworfen. Merkel betonte dagegen, dass sie mit Überzeugung vorgetragen habe, was die internationale und nationale Verpflichtung Deutschlands beim Klimaschutz sei. Das am Freitag von der Regierung beschlossene Klimaschutzprogramm 2030 sei ein Beitrag zur Umsetzung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen. Dieses sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad vor. "Wenn wir das nicht erreichen können, müssen wir nachschärfen, das ist ganz klar", wies Merkel Zweifel zurück, dass die Klimaschutzbeschlüsse nicht ausreichten, um die geforderten CO2-Einsparungen bis 2030 zu erzielen.

UN-Gipfel - Merkel sieht Thunberg-Rede kritisch Gegen einen Tweet von US-Präsident Trump setzte die schwedische Umweltaktivistin unterdessen nach. © Foto: Reuters TV

Kritik auch von Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident hat Klimaaktivistin Greta Thunberg für eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen gegen Frankreich, Deutschland und drei weitere Staaten kritisiert. Die jungen Aktivisten sollten sich auf diejenigen konzentrieren und Druck ausüben, die versuchten, Dinge zu blockieren, sagte Emmanuel Macron dem französischen Radiosender Europe1. Er habe nicht das Gefühl, dass das die französische oder die deutsche Regierung sei, sagte Macron. 

Thunberg und 15 weitere Jugendliche hatten zuvor eine Beschwerde bei den UN eingereicht. Darin erklärten sie, dass Frankreich, Deutschland, die Türkei, Argentinien und Brasilien nicht genug gegen den Klimawandel unternehmen und damit gegen die vor 30 Jahre verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention verstoßen würden. Laut der Anwälte der Jugendlichen wurden die fünf Länder ausgewählt, weil sie die größten Umweltverschmutzer seien, die sich dem Beschwerdeverfahren für Kinder an den UN-Ausschuss angeschlossen haben.