Eine Woche vor der jährlichen UN-Generaldebatte hat das US-Außenministerium zwei Diplomaten der Ständigen Vertretung Kubas bei den Vereinten Nationen in New York ausgewiesen. Das Ministerium begründet den Schritt mit versuchter "Einflussnahme" der Diplomaten, die gegen die nationale Sicherheit der USA gerichtet gewesen sei. Das beinhaltet nach einer Definition der Denkfabrik Rand Corporation etwa das Sammeln taktischer Informationen über einen Gegner oder das Verbreiten von Propaganda.

Das Außenministerium teilte weiter mit, alle verbliebenen Diplomaten der Ständigen Vertretung Kubas bei den Vereinten Nationen dürften sich künftig im Wesentlichen nur noch auf der New Yorker Insel Manhattan bewegen, auf der auch das UN-Hauptquartier liegt. Schon zuvor war die Bewegungsfreiheit für Diplomaten Kubas, aber auch für solche des Iran, Nordkoreas, Chinas, Russlands und Syriens bei den Vereinten Nationen eingeschränkt. Die mehrtägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez warf den USA vor, eine Eskalation der Spannungen zwischen den beiden Ländern provozieren zu wollen. Die Ausweisung der zwei Diplomaten sei unberechtigt und die Anschuldigungen gegen sie "vulgäre Verleumdung", schrieb er bei Twitter.

Unterdessen bewilligten die USA dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani und seinem Außenminister Mohammed Dschawad Sarif jeweils Visa für die Reise zur UN-Vollversammlung, wie ein Sprecher der iranischen UN-Mission bestätigte. Demnach wird Sarif bereits am Freitag in New York erwartet, Präsident Ruhani am Montag.

Zuvor waren Zweifel aufgekommen, ob die USA als Gastgeber der Vereinten Nationen Sarif und Ruhani ein Visum ausstellen werden. Erst am Mittwoch hatte sich Präsident Donald Trump allerdings für eine Einreiseerlaubnis für Irans Staatschef und dessen Chefdiplomaten ausgesprochen.

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran haben sich noch einmal verschärft, seit am Wochenende saudi-arabische Öl-Anlagen angegriffen wurden. Die Verantwortung dafür haben die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen übernommen. Saudi-Arabien sieht jedoch den Iran hinter der Attacke.