Deutschland und 22 weitere Länder haben China für seinen Umgang mit der Minderheit der Uiguren kritisiert. In einer gemeinsamen Stellungnahme vor den Vereinten Nationen forderten neben Deutschland unter anderem die USA und Großbritannien von der chinesischen Regierung, "willkürliche Inhaftierungen von Uiguren und Angehörigen anderer muslimischer Gemeinschaften" einzustellen. 

China müsse seine nationalen und internationalen Verpflichtungen zur Achtung der Menschenrechte und der Glaubensfreiheit einhalten, hieß es weiter. Der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen forderte die Regierung in Peking zudem auf, der UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet ungehinderten Zugang zu Einrichtungen in dem Land zu gewähren.

Es gebe glaubhafte Informationen über Massenverhaftungen von Uiguren in der Region Xinjiang, eine Massenüberwachung der Volksgruppe sowie weitere Menschenrechtsverletzungen, hieß es zudem in dem Dokument. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geht davon aus, dass in der Region im Westen Chinas eine Million Menschen in Umerziehungslagern inhaftiert ist. Dort werden sie gezwungen, ihre Religion, Kultur und Sprache aufzugeben. Die chinesische Führung bestreitet das und spricht von "Bildungszentren". Sie wirft uigurischen Gruppen Separatismus und Terrorismus vor.

Das Statement der 23 Länder wurde vor dem Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung verlesen. Diplomaten zufolge waren Deutschland zusammen mit den USA und Großbritannien bei der Ausarbeitung federführend. Weitere Unterzeichner sind unter anderem Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Kanada, Australien und Neuseeland.

Mehr als 50 Staaten unterstützten in einer Erklärung hingegen Chinas Erfolge beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der "Deradikalisierung" in Xinjiang. Beim Thema Menschenrechte habe China große Fortschritte erzielt. Unterstützt wurde dieser Text unter anderem von Russland, Pakistan, Ägypten und Serbien.