Proteste - Ecuador ruft Ausnahmezustand aus In Ecuador ist es wegen gestiegener Treibstoffpreise zu gewaltsamen Protesten gekommen. Präsident Lenin Moreno hat landesweit für 60 Tage den Ausnahmezustand ausgerufen. © Foto: Dolores Ochoa/dpa

Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat wegen Protesten gegen Preiserhöhungen bei Treibstoffen den Ausnahmezustand in dem südamerikanischen Land ausgerufen. Der Staatschef bekräftigte, die am Dienstag beschlossene Streichung von Subventionen für Treibstoff würde aufrechterhalten. "Die staatlichen Zuschüsse haben dem Land durch die Verzerrung der Wirtschaft stark geschadet", sagte Moreno.

Die Demonstrierenden warfen nahe des Regierungssitzes in der Hauptstadt Quito Steine und Brandsätze auf die Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Nach Angaben von Verteidigungsminister Oswaldo Jarrín wurden 277 Menschen wegen "Vandalismus" festgenommen. 21 Polizisten wurden demnach verletzt. Den Behörden zufolge erlitten außerdem 14 Zivilisten Verletzungen.

Der Ausnahmezustand gelte 60 Tage, wie Innenministerin María Paula Romo erklärte. Es gehe darum, den Verkehr aufrechtzuerhalten und das Funktionieren der Wirtschaft zu sichern. Die Verfassung ermächtigt den Staatschef im Fall eines Ausnahmezustands zur Einschränkung der Pressefreiheit und zum Einsatz der Streitkräfte.

Präsident Moreno rechnet nach der Verhängung des Ausnahmezustandes mit dem baldigen Ende der größten Unruhen im Land seit vielen Jahren. "Die Gebiete, in denen es zu Gewalt kam, sind fast vollständig unter Kontrolle", sagte Moreno. Er lobte Streitkräfte und Polizei für die Wiederherstellung der Ordnung.

Durch den Wegfall von Subventionen sind die Benzinpreise um 25 Prozent und die Dieselpreise um 100 Prozent gestiegen. Die Maßnahme ist Teil von Strukturreformen, zu deren Umsetzung sich die Regierung im Gegenzug für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar verpflichtet hat.