Nach tagelangen Protesten gegen gestiegene Kraftstoffpreise haben die ecuadorianische Regierung und die Indigenenbewegung eine Einigung erzielt. Die Regierung von Präsident Lenín Moreno wird ein umstrittenes Dekret zurücknehmen, mit dem staatliche Subventionen für Kraftstoffe gestrichen worden waren, wie der UN-Vermittler Arnaud Peral mitteilte. Im Gegenzug stellt die Indigenenbewegung die Proteste ein.

Beide Seiten waren zuvor zu Gesprächen zur Beilegung der sozialen Unruhen zusammengekommen. Bei den Protesten sind seit Anfang Oktober sieben Menschen getötet und mehr als 1.300 Menschen verletzt worden.

Die Regierung hatte die Subventionen der Treibstoffpreise von jährlich 1,3 Milliarden Dollar gestrichen, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Diese Entscheidung wurde als Teil der Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für einen Kredit von 4,2 Milliarden Dollar getroffen.

Die daraus folgende Erhöhung der Preise für Dieselkraftstoff um mehr als 100 Prozent führte zum Protest der indigenen Völker und der Gewerkschaften. "Einen Tag brauchte man 20 Dollar für den Traktor, am nächsten Tag waren es 45 Dollar, es reichte nicht mehr, um die Kinder in die Schule zu bringen", sagte Leónidas Iza, einer der Anführer der Konföderation der Indigenen Völker (CONAIE), in dem im Fernsehen übertragenen Dialog mit Moreno.

Nun soll eine gemeinsame Kommission unter Vermittlung der UN-Vertretung in Ecuador und der Bischofskonferenz ein neues Dekret ausarbeiten, mit dem vermieden werden soll, dass eine Abschaffung der Spritsubventionen die ärmeren Bevölkerungsschichten betrifft.

In der ursprünglichen Meldung war zunächst von Subventionen in Höhe von 1,3 Millionen Dollar die Rede gewesen. Richtig ist natürlich 1,3 Milliarden. Wir haben den Fehler korrigiert.