Der demokratische US-Kongressabgeordnete Elijah Cummings ist im Alter von 68 Jahren am frühen Donnerstagmorgen im Johns Hopkins Krankenhaus in Baltimore gestorben. Grund seien "Komplikationen im Zusammenhang mit langjährigen gesundheitlichen Problemen", hieß es in einer Mitteilung von Cummings' Büro.

Cummings war eine Schlüsselfigur in der Untersuchung zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump. Er hatte gehofft, dass er nach einem medizinischen Eingriff in den Kongress zurückkehren könnte. Um welche Behandlung es ging, wurde nicht mitgeteilt. Zuvor war Cummings wegen Herz- und Knieproblemen behandelt worden.

Als Vorsitzender des Ausschusses für Aufsicht und Reform im Repräsentantenhaus hatte Cummings zahlreiche Untersuchungen zu Trumps Regierungsgeschäften geführt. Die Ermittlungen verärgerten den Präsidenten, der den Wahlbezirk des demokratischen Karrierepolitikers und Anwalts Cummings im Sommer als "von Nagetieren befallenes Chaos" bezeichnete, wo "kein menschliches Wesen leben wollen würde".

Cummings setzte sich für die Armen ein

Cummings reagierte darauf mit der Aussage, Regierungsvertreter müssten aufhören, "hasserfüllte, aufrührerische Kommentare" von sich zu geben, die nur spalteten und die Nation von deren echten Problemen ablenkten, darunter Massenschießereien und die Ideologie einer weißen Vorherrschaft.  

Der Politiker setzte sich für die Armen in seinem mehrheitlich schwarzen Bezirk im US-Staat Maryland ein, der einen großen Teil der Stadt Baltimore und gehobenere Vororte umfasste. Cummings setzte sich für schärfere Waffengesetze ein. Er war auch an den Bestrebungen der Demokraten beteiligt, Einsicht in Trumps Finanzen zu erlangen. Die Erzdiözese von Baltimore twitterte, Cummings habe "seine von Gott gegebenen Geschenke und Talente großzügig mit den Menschen seiner geliebten Stadt" geteilt.

Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, würdigte seinen Parteikollegen. Cummings sei stark gewesen, wenn er stark sein musste, aber er sei auch gütig, fürsorglich und ehrenhaft gewesen, sagte Schumer dem TV-Sender NBC. "Seine Präsenz, Leidenschaft und moralische Klarheit werden fehlen", twitterte der Vorsitzende des Justizausschusses im Repräsentantenhaus, Jerry Nadler. US-Außenminister Mike Pompeo twitterte, er sei "betrübt" über die Nachricht. Cummings sei ein engagierter Staatsdiener gewesen.