Der Vorsitzende des Europäischen Rats, Antti Rinne, hat sich zu einer erneuten Verschiebung des Austritts Großbritanniens aus der EU bereit erklärt. Er würde eine Bitte um Verlängerung der Verhandlungen erwägen, sagte Rinne der Welt am Sonntag. Es sei wichtig, einen harten Brexit zu verhindern.

Der britische Premierminister Boris Johnson habe zwar noch zwei Wochen Zeit, um neue Vorschläge für einen Deal vorzulegen, sagte Rinne demnach. "Aber es scheint so, als habe Johnson erst jetzt verstanden, was das für ein großes Durcheinander ist, und er hat Schwierigkeiten einen Vorschlag zu machen, mit dem er da rauskommt", sagte der finnische Regierungschef, dessen Land derzeit dem EU-Rat vorsitzt.

Daher rechne er damit, dass es beim EU-Gipfel am 17. und 18. Oktober um eine Verlängerung der Verhandlungen statt um "konkrete Lösungen" gehen werde.

Die Brexit-Gespräche sollen am Montag in Brüssel wieder aufgenommen werden. Die EU verlangt von London bis zum kommenden Freitag einen Durchbruch. Bis dahin müsse ein "neuer Rechtstext" vorliegen, damit eine Vereinbarung noch vor der Brexit-Frist am 31. Oktober getroffen werden könne, sagten Vertreter der EU-Kommission und des Rates der Mitgliedsstaaten. Im März und April war der Termin für den Brexit bereits mehrfach verschoben worden.