Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ist für ein Interview mit einem rechten Magazin kritisiert worden. Macron sprach mit Valeurs actuelles über die Themen Migration und Islam. Dabei wies er darauf hin, gegen Parallelgesellschaften und illegale Einwanderung kämpfen zu wollen. "Ich bevorzuge legale Einwanderer aus Guinea oder der Elfenbeinküste (...) statt illegaler ukrainischer oder bulgarischer Banden", sagte Macron.

Die französischen Rechtspopulisten warfen dem Präsidenten daraufhin vor, nicht hart genug gegen Islamisten vorzugehen. Linke Politiker kritisieren hingegen, dass sich Macron in einer Zeitschrift äußerte, die dem ultrarechten Lager zugerechnet wird. Sie werfen ihm vor, um Wähler am rechten Rand werben zu wollen. Regierungsmitglieder verteidigten das Interview. Es sei wichtig, alle Franzosen über alle Medien anzusprechen, sagte eine Regierungssprecherin.

Macron sagte der Zeitschrift, er kämpfe entschieden gegen Islamismus und die Abschottung bei Muslimen. Es sei aber eine Falle, solche Tendenzen mit dem Islam an sich gleichzusetzen. Zugleich räumte er ein, dass es in Frankreich Menschen gebe, "die nicht integriert sind, die der Republik den Rücken gekehrt haben". Sie nutzten die Religion, "um die Republik zu provozieren".

Streit um das Tragen von Kopftüchern

Der Präsident äußerte sich auch zum aktuellen Streit um Kopftücher: Er sprach sich gegen einen Gesetzentwurf aus, mit dem Müttern bei Schulausflügen das Tragen der Kopfbedeckung verboten werden soll. Ein solches Verbot würde Frauen "demütigen", warnte er.

Der Streit war entbrannt, weil eine Mutter mit Kopftuch Schüler bei einem Schulausflug begleitet hatte. An staatlichen Schulen sind das Kopftuch und andere sichtbare religiöse Symbole seit rund 15 Jahren verboten. Der Senat hatte der Gesetzesvorlage am Dienstagabend mit konservativer Mehrheit zugestimmt.

Die französische Zeitschrift Valeurs actuelles beschreibt sich selbst als rechtskonservativ. Das Magazin ist allerdings häufig Sprachrohr des FN, vor allem wenn es gegen Migrantinnen und Migranten geht.