Bei erneuten Protesten im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens zwei Demonstranten getötet worden. Zudem seien mehr als 90 Menschen verletzt worden, wie die staatliche Menschenrechtskommission mitteilte. Unter den Verletzten seien auch Mitglieder der Einsatzkräfte. 

An dem Protest beteiligten sich Tausende Menschen. In Erwartung der Demonstrationen waren Einsatzkräfte in den Straßen unterwegs. Nach Angaben der Menschenrechtskommission setzten Polizisten und Soldaten unter anderem Tränengas und Gummigeschosse ein. Augenzeugen zufolge wollten sie die Demonstrierenden auseinandertreiben und davon abhalten, in die besonders geschützte Grüne Zone Bagdads zu gelangen. Dort befinden sich viele Regierungseinrichtungen und Botschaften. 

Bereits Anfang des Monats waren bei tagelangen Protesten in Bagdad und anderen Regionen des Landes fast 150 Zivilisten getötet worden. Mehr als 3.000 Menschen wurden verletzt, auch 8 Einsatzkräfte kamen ums Leben. Von der Regierung beauftragte Ermittler stellten anschließend fest, die Einsatzkräfte hätten übermäßig Gewalt angewendet. In ihrem Bericht heißt es, die meisten der Opfer seien durch Schüsse in den Kopf oder die Brust ums Leben gekommen.

Es demonstrieren vor allem junge Männer. Die Proteste richten sich unter anderem gegen Korruption und Misswirtschaft. Die Demonstranten fordern den Sturz der Regierung und die Auflösung des Parlaments.

Auch in der libanesischen Hauptstadt Beirut gingen die Proteste den neunten Tag in Folge weiter. Viele Straßen waren gesperrt, Schulen, Banken und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Die Demonstrierenden fordern ebenfalls den Rücktritt der Regierung und die Absetzung korrupter Politiker.