Das italienische Parlament hat seine Verkleinerung um etwa ein Drittel beschlossen. Bei einer Abstimmung im Abgeordnetenhaus votierten 553 Abgeordnete für die entsprechende Verfassungsänderung, 14 stimmten mit Nein und zwei enthielten sich. Für die Annahme hätte die absolute Mehrheit von 316 Stimmen ausgereicht.

Die Zahl der Abgeordneten sinkt damit von 630 auf 400 und die der Senatoren von 315 auf 200. Der Senat hat dieser Änderung bereits zugestimmt. Für die Verkleinerung der Kammern müssen nun die Wahlkreise neu zugeschnitten werden. Auch eine Änderung des Wahlrechts ist in der Diskussion.

Die Initiative ging vor allem auf die Fünf-Sterne-Bewegung zurück. Deren Chef Luigi Di Maio sprach von einem "großen Sieg des italienischen Volkes".

Die nächste Parlamentswahl steht in Italien im Frühjahr 2023 an.

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Versuche, das Parlament zu verkleinern. Nachdem ein Reformversuch von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Anfang des Jahres gescheitert war, appellierten im September mehr als hundert Staatsrechtler in einem offenen Brief an den Bundestag, das Bundeswahlgesetz zu ändern und damit die Zahl der Abgeordneten deutlich zu verringern. Durch die vielen Überhang- und Ausgleichsmandate sitzen derzeit 111 Abgeordnete mehr im Parlament, als das Bundeswahlgesetz vorsieht. Werde das Wahlrecht nicht rechtzeitig angepasst, könnten es nach der nächsten Wahl insgesamt sogar über 800 Abgeordnete werden, hieß es.