Nach langem Zögern hat auch Dänemark die Zustimmung für den Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland durch seine Gewässer gegeben. Das teilte die dänische Energiebehörde mit. Die Genehmigung aus Dänemark war die letzte große Hürde für das Pipelineprojekt, alle anderen betroffenen Länder hatten dem Bau bereits früher zugestimmt. 

Demnach darf ein 147 Kilometer langer Teil der Pipeline auf dem dänischen Kontinentalsockel südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen. Die Behörde sei zu dem Schluss gekommen, dass dieser Streckenverlauf zwei Alternativrouten vorzuziehen sei – eine davon sollte nordwestlich von Bornholm verlaufen, die andere auf längerem Wege ebenfalls südöstlich von der Insel.

Die vor allem von den USA kritisierte über 1.200 Kilometer lange Ostseepipeline wird unter der Führung des russischen Gaskonzerns Gazprom errichtet. Mehrere europäische Firmen, darunter Uniper, die BASF-Tochter Wintershall Dea und die OMV, sind an der Finanzierung der Röhre beteiligt. 

Nord Stream 2 soll Ende des Jahres fertig sein. Sie soll die Kapazitäten der bestehenden Leitung Nord Stream 1 für russische Gaslieferungen nach Deutschland deutlich erhöhen. Das Projekt ist umstritten, weil es die strategische und wirtschaftliche Bedeutung alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer weiter schwächen könnte. Kritiker führen zudem an, Deutschland mache sich zu sehr von russischem Gas abhängig.

Trotz der Kritik aus anderen EU-Staaten und den USA steht die deutsche Bundesregierung hinter dem Projekt und hofft auf Versorgung mit preiswertem Gas – jährlich sollen 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Rohre nach Deutschland fließen. Die Behörden in Russland, Finnland, Schweden und Deutschland hatten dem Projekt bereits zuvor ihre Zustimmung gegeben. 

Nach Angaben des Unternehmens vom September ist ein Großteil der Rohre in den Gewässern von Deutschland, Schweden, Finnland und Russland in der Ostsee bereits verlegt. Die Gesamtlänge der doppelläufigen Leitung beträgt gut 2.400 Kilometer.