US-Soldatinnen und -Soldaten sind erstmals wieder an der türkischen Grenze in Nordsyrien auf Patrouille gegangen. Dies berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Fünf gepanzerte Fahrzeuge mit der US-Flagge fuhren zur Kontrolle entlang des türkisch-syrischen Grenzgebietes nahe dem Dorf Kahtanijah östlich von Kamischli. Eigentlich sollen am Freitag in dem Grenzgebiet gemeinsame russisch-türkische Patrouillen beginnen, um den Abzug der kurdischen Kräfte zu überprüfen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die US-Truppen wollten in einem östlichen Bereich der Grenze präsent bleiben.

Damit agiert das US-Militär zum ersten Mal seit drei Wochen wieder in dem nordsyrischen Konfliktgebiet. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Abzug aller US-Truppen aus Nordsyrien angeordnet, die dort bis dahin die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" unterstützten. Nachdem die amerikanischen Streitkräfte die Region verließen, startete die Türkei eine lang angedrohte Militäroffensive gegen die YPG. Dabei wurde der Grenzstreifen zwischen den Städten Tal Abjad und Ras Al-Ain erobert.

Die kurdische Selbstverwaltung rief angesichts der türkischen Offensive die syrische Armee zu Hilfe, die daraufhin erstmals seit sieben Jahren Truppen an die Grenze schickte. Nach acht Tagen vereinbarte die Türkei mit den USA eine Waffenruhe, um der YPG den Abzug aus dem Grenzgebiet zu erlauben. Später vereinbarte die Regierung in Ankara zudem mit Russland gemeinsame Patrouillen, um den Abzug der YPG aus der Region zu überprüfen. Sie sollen am Freitag beginnen.