Nordsyrien - Russland und Türkei geben Kurden mehr Zeit für Abzug Innerhalb von 150 Stunden soll die sogenannte Sicherheitszone an der syrisch-türkischen Grenze geräumt werden. Türkei und Russland wollen dort gemeinsam patrouillieren. © Foto: Aaref Watad/​AFP/​Getty Images

Russland organisiert gemeinsam mit der Türkei Patrouillen in der so bezeichneten Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei. Das teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen der Präsidenten beider Länder in Sotschi mit. Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin hatten dort rund sechs Stunden lang miteinander gesprochen. Ihre Vereinbarungen sind in einem Zehn-Punkte-Papier festgehalten. 

Zudem verlängert die Türkei die zunächst bis zum Abend angesetzte Waffenruhe für Nordsyrien. Damit haben die kurdischen Kämpfer dort weitere 150 Stunden oder sechs Tage zum Abzug aus der von der Regierung in Ankara geplanten Sicherheitszone. Man werde sicherstellen, dass die Kämpfer und ihre Waffen sich 30 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze zurückzögen, sagte Lawrow. Anschließend sollten gemeinsame russisch-türkische Patrouillen in der Zone beginnen.

Die Türkei hatte eine Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz auf syrischem Gebiet begonnen. Eine bisher geltende Feuerpause sollte am Dienstagabend auslaufen.

Ein Teil der syrischen Kurden teilte mit, man habe die Kämpfer aus einem 120 Kilometer langen Grenzstreifen zwischen den Städten Tell Abjad und Ras al-Ain zurückgezogen. Sie hätten damit eine Bedingung der von den USA vermittelten 120-stündigen Waffenruhe erfüllt. Aus ranghohen Beamtenkreisen im Weißen Haus wurden die Angaben bestätigt. Unklar ist, ob damit alle Kurden, die die Region verlassen sollten, dies auch getan haben. Ein Führungsmitglied der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Redur Chalil, sagte, außerhalb der geräumten Zone hätten türkische Truppen ihre Angriffe fortgesetzt und 15 kurdische Dörfer vor der Grenzstadt Kobane erobert.

Die Türkei hat damit gedroht, ihre Offensive wieder aufzunehmen, sollten sich die kurdischen Kämpfer nicht vollständig aus dem Grenzstreifen zurückziehen. Sie hält an ihrem Ziel fest, kurdische Kämpfer von der gesamten türkisch-syrischen Grenze fernzuhalten.