Die Türkei hat vier der sechs Deutschen, die in den vergangenen Tagen festgenommen worden sind, wieder freigelassen. Das bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Einem Bericht des NDR zufolge dürfen die Freigelassenen die Türkei jedoch nicht verlassen und müssen sich fünfmal pro Woche bei der Polizei melden.

Ein Gericht solle in den kommenden Tagen entscheiden, wie es für die beiden anderen inhaftierten deutschen Staatsbürger weitergehe, hieß es in dem Bericht. Darunter sei auch eine am Donnerstag festgenommene Erzieherin aus Hamburg.

Den Deutschen wird laut einem Bericht der prokurdischen Nachrichtenagentur Mezopotamya vorgeworfen, Propaganda zu verbreiten und einer illegalen kurdischen Organisation anzugehören. In der Vergangenheit sind immer wieder deutsche Staatsangehörige bei Türkeibesuchen wegen kritischer Äußerungen unter dem Vorwurf der "Terrorpropaganda" festgenommen worden.

Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zur Türkei ausdrücklich, dass kritische Beiträge in Onlinenetzwerken zu Festnahmen führen können: "Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger erfolgten vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien. Ausreichend ist im Einzelfall das Teilen oder 'Liken' eines fremden Beitrags entsprechenden Inhalts."