Die Vereinten Nationen haben nach Angaben ihres Generalsekretärs António Guterres dringende Geldsorgen. Die UN erlebten die "schlimmste Geldkrise seit fast einem Jahrzehnt", warnte Guterres. "Wir riskieren, in den November zu gehen, ohne das Geld für die Gehälter unserer Mitarbeiter zu haben." 64 von 193 Mitgliedsstaaten hätten ihre diesjährigen Zahlungen noch nicht geleistet.

Der Etat der Vereinten Nationen liegt 2019 bei rund 3,3 Milliarden Dollar. Größter Beitragszahler sind die USA, die 22 Prozent des Budgets bestreiten. Aktuell schuldet die Regierung in Washington der Staatengemeinschaft rund 380 Millionen Dollar für frühere Budgets und gut 670 Millionen Dollar für den Haushalt in diesem Jahr, zusammen also mehr als eine Milliarde Dollar. US-Präsident Donald Trump kritisiert, sein Land zahle einen unfair hohen Beitrag zum Budget der Vereinten Nationen, und fordert eine Reform. Neben den USA haben aber auch Brasilien, der Iran, Israel, Mexiko, Südkorea, Saudi-Arabien und Uruguay noch nicht gezahlt sowie eine Reihe weiterer Länder. 

Schon seit Anfang des Jahres hätten die UN an allen möglichen Stellen gespart, sagte Guterres. Sonst wäre die jährliche Generaldebatte im September diesmal nicht möglich gewesen. Wenn nicht bald Geld von den Mitgliedsstaaten eingehe, müsse noch mehr gespart werden – unter anderem könnten Mitarbeiter dann weniger reisen und möglicherweise müssten Konferenzen und Treffen verschoben werden. 

Die Friedensmissionen der UN werden aus einem separaten Topf finanziert. Das Budget für diese Einsätze beläuft sich im Haushaltsjahr bis zum 30. Juni auf 6,7 Milliarden Dollar, der Folgehaushalt bis Mitte 2020 umfasst 6,5 Milliarden Dollar. Auf die USA entfällt davon ein Anteil von 28 Prozent, das Land will jedoch nur 25 Prozent zahlen. Für die Friedensmissionen schuldet die Regierung in Washington den UN aktuell 2,4 Milliarden Dollar.