Der US-Bundesstaat Kalifornien zieht beim Kauf neuer Dienstwagen Konsequenzen aus dem Abgas-Streit mit der Regierung in Washington. Es würden keine Fahrzeuge mehr von GM, Toyota und Fiat Chrysler angeschafft, kündigte Gouverneur Gavin Newsom an. Grund sei, dass diese Konzerne die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump unterstützten, Kalifornien das Recht auf eigene Emissionsstandards zu entziehen.

"Autobauer, die sich auf die falsche Seite der Geschichte gestellt haben, werden von der Kaufkraft Kaliforniens nichts haben", sagte Newsom. Ab Januar würden nur noch Autos von Herstellern angeschafft, die Kaliforniens Rechte respektierten. Dies seien unter anderem Ford, BMW und VW.

In den Jahren 2016 bis 2018 hatte Kalifornien keinen einzigen Wagen der beiden deutschen Autobauer gekauft. Für Ford-Fahrzeuge gab der Westküstenstaat in derselben Zeit etwa 69 Millionen Dollar aus. 59 Millionen Dollar zahlte Kalifornien für Autos von GM, für Fiat-Chrysler-Fahrzeuge fast 56 Millionen und für Toyota-Modelle etwa 10 Millionen Dollar.

Die Autohersteller waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen oder lehnten sie ab. GM, Toyota und Chrysler hatten sich im Oktober hinter Trump gestellt. Ford, BMW und VW hatten sich dagegen schon im Juli dazu verpflichtet, sich an die kalifornischen Standards zu halten.

Im September hatten Kalifornien und 23 weitere Staaten Klage gegen die US-amerikanische Regierung eingereicht. Newsom teilte damals mit: "Kalifornien wird vor den rücksichtslosen und politisch motivierten Attacken des Präsidenten nicht einknicken."

Der US-Bundesstaat ist für seine strengeren Umweltstandards bekannt und folgt seit 1970 einem Sonderrecht, Abgasvorschriften zu erlassen, die von Vorschriften auf Bundesebene abweichen. Da auch 13 andere Bundesstaaten diesem Modell folgen, hat es landesweit großes Gewicht.