US-Präsident Donald Trump könnte bei den Anhörungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen ihn aussagen. Trump schrieb bei Twitter, er werde diesen Schritt ernsthaft in Erwägung ziehen. Der US-Präsident bezog sich dabei auf Äußerungen der  demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, wonach er eine solche Aussage auch schriftlich machen könnte.

Gleichzeitig betonte Trump in seinen mit Vorwürfen und Beschimpfungen durchzogenen Tweets, er habe nichts Falsches getan und wolle das Verfahren eigentlich nicht unterstützen. Ihm gehe es aber darum, den Kongress dazu zu bringen, sich wieder auf die eigentlich drängenden Fragen zu konzentrieren.

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus führen derzeit Ermittlungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren, das sogenannte Impeachment, gegen Trump durch. Hintergrund sind Vorwürfe, Trump habe sein Amt missbraucht und die Regierung der Ukraine dazu gedrängt, gegen Hunter Biden – Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden – zu ermitteln.

Der Sohn von Trumps politischem Gegner hatte für das ukrainische Unternehmen Burisma gearbeitet. Um die Ermittlungen zu erzwingen soll Trump Militärhilfe für die Ukraine in Höhe von rund 400 Millionen US-Dollar zurückgehalten haben.

Trump kritisiert die Impeachment-Ermittlungen als politisch motivierte Kampagne gegen ihn und spricht von einer "Hexenjagd". Das Weiße Haus und die Republikaner beklagen, dem Präsidenten würden dabei grundlegende Verfahrensrechte verweigert. Pelosi hatte dazu in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender CBS gesagt, Trump habe jede Gelegenheit, seine Sicht der Dinge in dem Fall darzustellen. Er könne selbst vor dem zuständigen Kongressgremium aussagen – im Zweifel auch schriftlich.