US-Präsident Donald Trump hat neue Friedensverhandlungen mit den Taliban bekannt gegeben. Der Nachrichtenseite Politico und der New York Times zufolge sagte Trump bei einem unangekündigten Besuch der US-Truppen in Bagram in Afghanistan: "Die Taliban wollen eine Einigung."

Die USA hätten in den bisherigen Gesprächen darauf bestanden, dass es nach dem US-Truppenabzug eine Waffenruhe gebe. Das hätten die Taliban abgelehnt, nun aber ihre Meinung geändert: "Jetzt wollen sie doch eine Waffenruhe", sagte Trump.

Der US-Präsident hatte die vor etwa einem Jahr begonnenen Friedensverhandlungen mit den Taliban nach einer Reihe von Anschlägen der radikalislamischen Miliz im September für "tot" erklärt.

Bei den Gesprächen ging es um die Bedingungen für einen Teilrückzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan. Im Gegenzug sollten sich die Taliban vom Terrornetzwerk Al-Kaida lossagen, die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekämpfen und direkte Verhandlungen mit der Regierung in Kabul aufnehmen. Bereits Ende September hatten sich die Taliban bereit erklärt, sich wieder mit den USA an einen Tisch zu setzen.

Überraschungsbesuch für Soldaten

Anlässlich von Thanksgiving stattete Trump den im afghanischen Bagram nahe der Hauptstadt Kabul stationierten US-Soldaten einen Überraschungsbesuch ab, wie im Fernsehsender Fox News zu sehen war. Trump war das erste Mal in Afghanistan. Er nahm an einem gemeinsamen Essen mit den Streitkräften teil und gab auch selbst Speisen und Kuchen an die Soldaten aus. In der Militärbasis traf Trump auch den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani.

Trump bekräftigte, die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan auf 8.600 reduzieren zu wollen. Derzeit sind noch zwischen 12.000 und 13.000 Soldaten im Land. "Wir bleiben so lange, bis es ein Abkommen gibt oder wir vollständig gewonnen haben, und sie (die Taliban) wollen wirklich dringend ein Abkommen abschließen", sagte Trump laut New York Times.

Der US-Präsident landete kurz nach 20.30 Uhr Ortszeit auf dem Flugplatz Bagram. Er verbrachte mehr als zweieinhalb Stunden am Boden. Reporterinnen und Reporter durften den Besuch nicht öffentlich machen, um Trumps Sicherheit zu gewährleisten. Trump hatte sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida Politico zufolge im Geheimen in der Nacht zum Donnerstag amerikanischer Zeit verlassen. Es ist das zweite Mal, dass Trump Truppen im Einsatz besucht. Vergangenes Weihnachten war er in den Irak gereist.