Die US-Kolumnistin E. Jean Carroll hat eine Verleumdungsklage gegen US-Präsident Donald Trump eingereicht. Er habe sie diffamiert, als er sie nach ihren Vergewaltigungsvorwürfen eine Lügnerin nannte, die er eigenen Angaben nach nie traf. Trump habe Carrolls "Integrität, Ehrlichkeit und Würde beschmutzt – alles in der nationalen Presse", heißt es in der Anklageschrift. Er habe ihrem Ruf und ihrer Karriere geschadet.

Im Juni hat die heute 75-jährige Kolumnistin Trump beschuldigt, sie in den Neunzigerjahren in einer Umkleidekabine in einem Kaufhaus in New York City vergewaltigt zu haben. Sie ist eine von mehr als einem Dutzend Frauen, die Trump vorwerfen, sich ihnen gegenüber vor Beginn seiner Präsidentschaft sexuell falsch verhalten oder sie sexuell missbraucht zu haben.

Trump hat zu den Vorwürfen erklärt, er kenne Carroll nicht. "Ich werde es mit großem Respekt sagen: Erstens, sie ist nicht mein Typ", sagte Trump. "Zweitens, es ist nie passiert. Es ist nie passiert, okay?" Carroll würde "total lügen". Bei der Anschuldigung handele es sich um "Falschnachrichten".

"Als ich den Mut aufgebracht habe, die Vergewaltigung öffentlich zu machen, hat er meinen Charakter verunglimpft, mich der Lüge zu meinem persönlichen Vorteil bezichtigt und sogar mein Erscheinungsbild beleidigt", erklärte Carroll zu ihrer Verleumdungsklage. "Niemand in diesem Land sollte über dem Gesetz stehen – auch nicht der Präsident", schrieb Carroll zudem auf Twitter.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses bezeichnete die Anschuldigungen Carrolls als "falsch". Die Verleumdungsklage nannte sie "frivol".