Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben erneut Ziele der Extremistenorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen angegriffen. "Dies geschieht, nachdem von Gaza aus heute willkürlich Raketen auf israelische Bürger gefeuert wurden", twitterte die Armee. 

Bereits in der Nacht zu Donnerstag war unter Vermittlung Ägyptens eine Waffenruhe ausgehandelt worden, die um 5.30 Uhr in Kraft getreten war. Trotzdem feuerten militante Palästinenser bis zum Abend nach Armeeangaben noch vereinzelt Raketen nach Israel ab. 

Die Waffenruhe hatte zweitägige heftige Kämpfe zunächst beendet. Diese waren am Dienstag ausgebrochen, nachdem Israel den Kommandeur Baha Abu Al Ata der vom Iran unterstützten militanten Organisation Islamischer Dschihad gezielt getötet hatte. Bei dem Angriff starb auch seine Frau.

Daraufhin feuerten die Extremisten mindestens 450 Raketen nach Israel, die meisten trafen auf offene Gebiete oder wurden abgefangen. Bei Gegenangriffen wurden bis Donnerstag 34 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet, darunter 16 Zivilisten, wie Menschenrechtsgruppen berichteten. Unter den Toten seien auch Kinder.

Außenminister Katz: Gezielte Tötungen gehen weiter

Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde die Waffenruhe halten. Der Islamische Dschihad hatte bekanntgegeben, Israel habe mehreren Bedingungen der Waffenruhe zugestimmt; unter anderem hätten sie sich verpflichtet, nicht mehr gezielt Anführer der Gruppe zu töten. 

Außenminister Israel Katz sagte dagegen, die Politik der gezielten Tötungen habe "sich bewährt" und werde fortgesetzt. "Jeder, der ein ranghoher Militärfunktionär war, der davor stand, Terror oder Raketenfeuer gegen Israel durchzuführen und daran beteiligt war, wurde eliminiert", sagte er dem Armeeradiosender. "Und wir beabsichtigen, damit fortzufahren."

Die EU und die USA stufen den Islamischen Dschihad als Terrororganisation ein. Sein Ziel ist die Zerstörung des jüdischen Staates, er hat in der Vergangenheit häufig Anschläge in dem Land verübt. Die Organisation wird von Israels Erzfeind Iran finanziert. Der Islamische Dschihad ist die kleinere der beiden wichtigsten militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen neben der deutlich einflussreicheren Hamas.