Drei Frauen haben dem US-Botschafter bei der Europäischen Union, Gordon Sondland, sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Dies berichteten die Internetseite ProPublica und die Zeitschrift Portland Monthly in einem gemeinsam veröffentlichten Artikel. Sondland ist ein Schlüsselzeuge in den Impeachment-Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump im US-Kongress.

In einer Erklärung wies Sondland die Anschuldigungen zurück – sie seien zu "politischen Zwecken" abgestimmt worden. "Diese falschen Anschuldigungen zu erzwungenen Berührungen und Küssen sind erfunden", teilte der US-Botschafter mit.

Die Vorwürfe umfassen die Jahre 2003 bis 2010. Sie beziehen sich demnach nicht auf Sondlands Zeit als Botschafter, sondern als Hotelunternehmer. Dem Bericht zufolge soll der damalige Unternehmer berufliche Vergeltungsmaßnahmen gegen die Frauen ergriffen haben, nachdem diese ihn zurückgewiesen hätten. Sondland soll gewaltsam versucht haben die Frauen zu umarmen und zu küssen. Außerdem habe er sie dem Bericht nach unsittlich berührt.

2018 wurde Sondland von US-Präsident Donald Trump zum Botschafter ernannt. Der Hotelier erhielt den Posten als Dankeschön für eine Millionenspende für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung des Präsidenten im Januar 2017.

Vergangene Woche hatte Sondland im US-Kongress vor laufenden Kameras zu der Ukraine-Affäre um Trump ausgesagt. Dabei bestätigte er, dass der US-Präsident die Ukraine massiv unter Druck gesetzt habe, um dortige Ermittlungen gegen Ex-Vizepräsident Joe Biden zu erreichen. Der US-Demokrat gilt als potenzieller Herausforderer Trumps bei der Präsidentschaftswahl 2020. In der Verteidigung des Präsidenten hieß es zuvor, dass keine Druckmittel gegen die ukrainische Regierung eingesetzt worden seien, um die gewünschten Ermittlungen zu erreichen.