Der persönliche Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Rudy Giuliani, bestreitet einen Kernpunkt der Impeachment-Ermittlungen: In einem Interview mit Blaze TV sagte der 75-Jährige, er habe nie die US-Militärhilfe für die Ukraine mit Schlüsselfiguren in der Affäre besprochen.

Zuvor hatte der US-Botschafter bei der EU Gordon Sondland in seiner Aussage vor dem Repräsentantenhaus Giuliani schwer belastet. Er habe im Umgang mit der Ukraine auf ausdrückliche Anordnung Trumps mit Giuliani zusammengearbeitet. "Die Forderungen von Herrn Giuliani waren ein Quidproquo (Gegenleistung), um für Präsident Selenskyj einen Besuch im Weißen Haus zu arrangieren", sagte Sondland.

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus wollen herausfinden, ob Trump Militärhilfe in Höhe von umgerechnet rund 361 Millionen Euro als Druckmittel einsetzte, um die Ukraine zu Ermittlungen zu bringen, die ihm im US-Wahlkampf nutzen könnten.

Giuliani war von 1997 bis 2001 Bürgermeister von New York und nimmt für Trump auch eine Beraterrolle ein. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, an offiziellen Kanälen vorbei Gespräche mit der Ukraine geführt zu haben, um Ermittlungen gegen Biden anzustoßen.

Donald Trump - "I want nothing" US-Präsident Donald Trump sieht sich in der Ukraine-Affäre nach der Aussage des US-Botschafters entlastet. “Ich will gar nichts”, behauptete er, ihm gesagt zu haben. © Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Vor dem Repräsentantenhaus hatte Sondland ausgesagt, dass er geglaubt habe, dass die Auszahlung der Militärhilfe nicht erfolgen würde, solange sich Kiew nicht öffentlich zu Ermittlungen unter anderem gegen die Gasfirma Burisma verpflichte. Für Burisma war früher Hunter Biden, der Sohn des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden, tätig. 

Präsident Trump sieht sich durch Sondlands Aussage entlastet. Sondland sagte, er habe den Präsidenten in einem Gespräch gefragt, was dieser von der Ukraine wolle. "Ich will nichts", antwortete Trump demnach. "Ich will kein Quidproquo. Sagen Sie Selenskyj einfach, dass er das Richtige tun soll." Trump sagte dazu vor Journalisten, genau dies habe er in jenem Telefonat mit Sondland gesagt. Die Angelegenheit sei damit erledigt.