Das Verteidigungsministerium will den Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Ausland ausdehnen. Die Armee plane, ab 2020 in Mali Soldaten zu Spezialkräften auszubilden. Zudem sei der Einsatz einer deutschen Fregatte im südchinesischen Meer möglich, berichtet der Spiegel.

In Mali ist die Bundeswehr bereits bei einer UN-Mission im Einsatz. Dabei hat sie bisher eine beratende und unterstützende Funktion. Wie der Spiegel berichtet, will das Verteidigungsministerium den Einsatz auf Bitten von Frankreich aber ausweiten.

Diese Bitte aus Frankreich sehe auch vor, dass deutsche Ausbilder die malischen Soldaten bei "militärischen Operationen begleiten". Dafür könnten bis zu 500 Soldaten nach Mali geschickt werden, heißt es in dem Bericht.

Im Raum stehe auch ein möglicher Einsatz einer deutschen Fregatte im südchinesischen Meer oder in der Meerenge zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland, berichtet der Spiegel weiter. Allerdings wolle das Kanzleramt den Bundeswehreinsatz derzeit nicht vorantreiben. Es solle verhindert werden, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und China belastet werden.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte vor einigen Tagen bereits ihren Wunsch verkündet, dass die Bundeswehr stärker als bisher im Ausland zum Einsatz kommen soll. Deutschland müsse künftig "offen damit umgehen, dass wir – so wie jedes andere Land dieser Welt – eigene strategische Interessen haben", sagte die CDU-Chefin der Süddeutschen Zeitung.