Messerangriff - 57-Jähriger Deutscher soll Fritz von Weizsäcker getötet haben Der Mann soll in einer Berliner Klinik auf den Arzt und Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten eingestochen haben. Zu einem Tatmotiv gibt es laut Polizei noch keine Hinweise. © Foto: Paul Zinken/​dpa

Fritz von Weizsäcker, der Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, ist während eines Vortrags in einer Berliner Klinik erstochen worden. Laut einer Polizeisprecherin wurde er plötzlich von einem Mann angegriffen. Zu dem Vortrag waren etwa 20 Zuschauer gekommen. Ein Mann aus dem Zuschauerraum, bei dem es sich um einen Polizisten gehandelt haben soll, der privat dort war, soll dazwischengegangen und dabei schwer verletzt worden sein. 

Der 59-jährige von Weizsäcker starb noch vor Ort. Der Tatverdächtige wurde festgenommen, er soll in der Nacht verhört werden. Die Identität des Angreifers sowie sein Motiv sind nicht bekannt, die Mordkommission hat Ermittlungen aufgenommen. Nach Polizeiangaben haben mehrere Menschen aus dem Publikum dabei geholfen, den Täter festzuhalten und der Polizei zu übergeben.

Der Vorfall ereignete sich gegen 18:50 Uhr in der Schlosspark-Klinik in der Nähe des Charlottenburger Schlosses. Fritz von Weizsäcker war seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Klinik. Laut Website gibt es in der Klinik regelmäßig Veranstaltungen, die sich in der Regel an interessierte medizinische Laien wenden. Für den Dienstagabend war von Weizsäckers Vortrag zum Thema Fettleber angesetzt.

FDP-Chef Christian Lindner, der mit dem Ermordeten befreundet war, schrieb auf Twitter, er sei fassungslos über das Geschehene. Fritz von Weizsäcker bezeichnete er als "passionierten Arzt" und "feinen Menschen".

Der Vater des Ermordeten, Richard von Weizsäcker, war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und zwischen 1984 und 1994 Bundespräsident. Damit war er ab 1990 erster Präsident des wiedervereinigten Deutschlands. Internationale Anerkennung erlange er 1985 durch seine Rede zum 40. Jahrestag vom Ende des Zweiten Weltkriegs, mit der er zur Erinnerungskultur an die Verbrechen des Nationalsozialismus beigetragen hatte. Er starb am 31. Januar 2015 im Alter von 94 Jahren in Berlin.