Auf der Pazifikinsel Bougainville stimmen die Bewohnerinnen und Bewohner über ihre Unabhängigkeit ab. Derzeit gehört die Insel als autonome Provinz zu Papua-Neuguinea. Wahlberechtigt sind nach Angaben der Referendumkommission gut 200.000 Menschen. Das Ergebnis wird nicht vor Mitte Dezember erwartet.

In der Abstimmung steht neben der Unabhängigkeit auch eine größere Autonomie zur Wahl. Falls sich eine Mehrheit für eine völlige Loslösung von Papua-Neuguinea entscheidet, könnte Bougainville jüngster Staat der Welt werden. Das Parlament von Papua-Neuguinea müsste dann noch zustimmen.

Das Unabhängigkeitsreferendum war bereits 2001 im Rahmen eines Friedensabkommens zugesagt worden, mit dem ein Konflikt zwischen Rebellen in Bougainville einerseits und dem Sicherheitsapparat von Papua-Neuguinea sowie ausländischen Söldnern andererseits beendet wurde. In dem Konflikt waren bis zu 20.000 Menschen getötet und Tausende weitere vertrieben worden.

Bougainville ist knapp 9.000 Quadratkilometer groß. Sie besteht aus der Hauptinsel Bougainville, der nördlich gelegenen Insel Buka sowie mehreren kleineren Inselgruppen. Viele Gemeinden sind nur schwer zu erreichen. Die Provinz ist nach dem französischen Seefahrer Louis Antoine de Bougainville benannt. Von den 1880er-Jahren bis zum Ersten Weltkrieg war sie Teil von Deutsch-Neuguinea. Dann wurde sie von Australien besetzt, bis sie schließlich 1975 Teil von Papua-Neuguinea wurde.