Zwei Tage nach der Parlamentsneuwahl in Spanien haben die Sozialisten (PSOE) des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und das Linksbündnis Unidas Podemos (UP) sich darauf geeinigt, eine Koalition zu bilden. Sánchez und UP-Chef Pablo Iglesias unterzeichneten eine entsprechende Vorvereinbarung. Spanischen Medien zufolge soll Iglesias stellvertretender Regierungschef werden.

Es handele sich um ein "vielversprechendes" Abkommen für eine progressive Regierung, erklärte Sánchez. Er hat kurz nach der Abstimmung am Sonntag gesagt, er werde innerhalb von 48 Stunden Vorschläge für ein Ende der politischen Blockade in Madrid unterbreiten.

Beide Gruppierungen kommen im 350-köpfigen Kongress allerdings nur auf 155 Sitze: Die Partei PSOE hat 120 Mandate, das Bündnis UP 35 Mandate. Die Koalitionsparteien brauchen aber die absolute Mehrheit von 176 Sitzen – sie werden also für eine Regierungsbildung die Unterstützung weiterer Parteien benötigen.

Sánchez hat sich nach der ersten Neuwahl Ende April monatelang geweigert, eine Koalition mit Unidas Podemos einzugehen. Dabei hatten beide Parteien damals noch insgesamt zehn Sitze mehr. Nach der vierten Wahl innerhalb von vier Jahren stieg allerdings zuletzt der Druck auf die etablierten Parteien, die politische Blockade aufzubrechen.