Klaus Johannis ist erneut zum Präsidenten Rumäniens gewählt worden. Wie vorläufige Ergebnisse nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen zeigten, bekam der Mitte-Rechts-Kandidat Johannis am Sonntag etwa 63 Prozent, während die Sozialdemokratin Viorica Dăncilă knapp 38 Prozent der Stimmen in der Stichwahl bekam. 18,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, darunter 650.000 im Ausland lebende Rumäninnen und Rumänen.

Johannis, der der deutschen Minderheit in Rumänien angehört, hatte die erste Wahlrunde vor zwei Wochen mit knapp 38 Prozent gewonnen. Der Mitte-Rechts-Politiker war deshalb klarer Favorit für die Stichwahl. Dăncilă hatte in der ersten Runde nur 22 Prozent erreicht. Ihre Regierung war im Oktober durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden.

Johannis feiert "das moderne, europäische, normale Rumänien"

"Rumänien hat gewonnen! Das moderne, europäische, normale Rumänien hat heute gewonnen", sagte Johannis, nachdem Nachwahlumfragen seinen Sieg vorhersagten. "Es ist der klarste Sieg gegen die PSD." Johannis nannte seine Landsleute "die Helden des Tages". Sie seien in beeindruckender Anzahl wählen gegangen. Tatsächlich lag die Wahlbeteiligung bei 49,87 Prozent. 2014 waren es 53,17 Prozent gewesen.

Johannis gilt in Osteuropa als Gegengewicht zu dem antieuropäischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und der rechtsnationalistischen polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit. Er hatte die Verteidigung des Rechtsstaates in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes gestellt und Dăncilăs sozialdemokratische PSD als Bedrohung für die Demokratie bezeichnet.