In der Affäre um eine mögliche russische Einflussnahme auf den US-Wahlkampf 2016 ist ein langjähriger Vertrauter von Präsident Donald Trump schuldig gesprochen worden. Eine Jury in Washington sah es am Freitag als erwiesen an, dass der 67 Jahre alte Roger Stone Falschaussagen vor dem Kongress gemacht hat. Außerdem soll er Zeugen beeinflusst haben. Stone wurde in allen sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Der Prozess gegen Stone hatte rund eine Woche gedauert. Zeugen sagten aus, dass Wahlkampfmitarbeiter von Trump darauf aus gewesen seien, Informationen über E-Mails zu sammeln, die von Russland gehackt und dann der Enthüllungsplattform Wikileaks zur Verfügung gestellt worden sein sollen. Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon hatte ausgesagt, dass Stone mit seinen Beziehungen zu Wikileaks und dessen Gründer Julian Assange angegeben habe. Stone habe in Trumps Wahlkampfteam als "Zugangspunkt" zu Wikileaks gegolten. 

US-Präsident Trump reagierte bei Twitter auf den Schuldspruch. Er forderte, dass auch andere – beispielsweise die damalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton – wegen möglicher Falschaussagen untersucht werden müssten.

Mueller-Report - "Niemand steht über dem Gesetz" Sonderermittler Robert Mueller sagt vor dem US-Kongress aus. Entlastend für Donald Trump war sein Ermittlungsbericht zur Russland-Affäre keineswegs. Was darin steht, sehen Sie hier im Video.

Stone ist der sechste Trump-Mitarbeiter oder -Berater, der wegen Vorwürfen verurteilt wurde, die mit der Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zusammenhängen. Muellers Team warf ihm vor, vor dem US-Kongress falsche Angaben dazu gemacht zu haben, was er über den Hackerangriff auf E-Mail-Konten der Demokraten während des Wahlkampfes 2016 wusste. US-Geheimdienste machen Russland für den Hack verantwortlich. Außerdem soll Stone einen anderen Zeugen bedrängt haben, falsche Angaben in der Sache zu machen.

Das Strafmaß wird am 6. Februar bekannt gegeben, Stone drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Er selbst hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, während des Gerichtsverfahrens aber nicht ausgesagt und den Prozess stattdessen als politisch motiviert dargestellt.