Mehr als drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei geht die Serie der Fahndungen und Festnahmen weiter. Die Staatsanwaltschaft im westtürkischen Izmir ließ nun nach insgesamt 133 angeblichen Terrorverdächtigen suchen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Es handele sich um ehemalige und aktuelle Angehörige des Militärs, darunter fünf Oberste.

Anadolu zufolge hatten Sicherheitskräfte schon am Morgen 101 Menschen festgenommen. Razzien habe es in 45 Provinzen gegeben. Die Suche gehe weiter.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Gesuchten Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen vor. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Gülen weist die türkischen Anschuldigungen gegen ihn und seine Bewegung zurück.

Bei ihren Fahndungen konzentriert sich die Regierung stark auf Polizei und Militär. Seit dem Putschversuch wurden bereits 77.000 Personen festgenommen und 130.000 aus dem Staatsdienst entlassen – darunter viele Militärangehörige. Ziel der Aktion ist die Zerschlagung des Gülen-Netzwerks, das religiöse und soziale Einrichtungen umfasst.