Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat Kritik an seinem neuen innerparteilichen Konkurrenten Michael Bloomberg geübt. "Wir glauben nicht, dass Milliardäre das Recht haben, sich Wahlen zu kaufen", schrieb der linke Senator am Sonntag auf Twitter mit Blick auf die US-Wahl in knapp einem Jahr. "Deswegen werden Multimilliardäre wie Michael Bloomberg bei dieser Wahl nicht sehr weit kommen."

Bloomberg, der als einer der reichsten Männer der Welt gilt, hatte zuvor seine offizielle Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten verkündet. Am Sonntag hatte der frühere New Yorker Bürgermeister mitgeteilt: "Ich bewerbe mich als Präsident, um Donald Trump zu besiegen und Amerika wieder aufzubauen. Wir können uns vier weitere Jahre mit Präsident Trumps rücksichtslosem und unethischem Handeln nicht leisten." Bloomberg warf Trump "Engstirnigkeit und Hass und falsche Politik" vor. Er sei nie besorgter um die Zukunft der USA gewesen als heute. "Trump zu besiegen – und Amerika wieder aufzubauen –, ist der dringendste und wichtigste Kampf unseres Lebens."

Der 77-Jährige, der als moderater Demokrat gilt, steigt extrem spät in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei ein. Während die übrigen Bewerber – insgesamt sind es 20 – bereits seit Monaten Wahlkampf betreiben und sich die prominentesten von ihnen in mehreren TV-Duellen der Öffentlichkeit präsentiert haben, hatte Bloomberg bislang jedwede Spekulationen um seine Pläne zurückgewiesen. Nun macht er vor allem dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden sowie den beiden linken Senatoren Sanders und Elizabeth Warren Konkurrenz.

Deren Kritik an seiner Person und an seinem Vermögen begegnete er mit Plänen für eine Reichensteuer. So versprach Bloomberg, die "Steuern auf vermögende Personen wie mich" zu erhöhen. Die USA wolle er wieder zu "einer Kraft für Frieden und Stabilität" in der Welt machen. Zudem plädiert er für eine Reform der Einwanderungsgesetze, für strengere Klimaschutz- und Waffenkontrollmaßnahmen, und will die medizinische Versorgung aller Amerikaner verbessern. 

Donald Trump äußerte sich bislang nicht zu Bloombergs Kandidatur. Allerdings hat der Präsident bereits vor Tagen mit Spott auf Berichte über eine mögliche Bewerbung des Milliardärs reagiert. Dem "kleinen Michael" fehle die für einen Wahlsieg nötige "Magie", stichelte Trump. "Er wird nicht gut abschneiden." 

Derweil warf der Einfluss Bloombergs auf sein Medienimperium Fragen auf. 1990 hat er den Nachrichtendienst gegründet und in den Folgejahren zu einem Medienkonzern ausgebaut. Inzwischen gehört ein Fernseh- und Radionetzwerk dazu sowie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg Businessweek

Nun verbreitete der CNN-Journalist Oliver Darcy ein internes Schreiben von Chefredakteur John Micklethwait an die 2.700 Journalistinnen und Analysten der Bloomberg-Nachrichtenagentur. Darin hieß es, Leitartikel der Agentur hätten bislang Bloombergs Meinung gespiegelt. Künftig werde es nur noch namentlich gezeichnete Meinungsbeiträge geben. Man werde die "Tradition" fortsetzen, keine investigativen Recherchen zu Bloomberg zu betreiben. Das gelte nun auch für demokratische Mitbewerber um die Kandidatur. Weiterhin werde aber zur Trump-Regierung recherchiert. Sollten andere Medienunternehmen Geschichten über Bloomberg bringen, würden diese aufgegriffen und zusammengefasst oder komplett veröffentlicht. "Wir werden sie nicht verstecken", schrieb Micklethwait.