Weil er seine Familienstiftung für seine persönlichen und politischen Zwecke missbrauchte, muss US-Präsident Donald Trump eine Millionenstrafe zahlen. Der Oberste Gerichtshof von New York verurteilte ihn im Zuge eines Vergleichs zur Zahlung von zwei Millionen Dollar Schadenersatz. Das Geld sollen wohltätige Organisationen bekommen. Die Entscheidung ist Teil einer Vereinbarung zur Beilegung des Rechtsstreits um die Trump-Stiftung, der 2018 begonnen hatte.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte Trump und seinen drei ältesten Kindern Eric, Ivanka und Donald jr. in einer Klage im Juni vorgeworfen, mit Mitteln der Stiftung unerlaubte Eigengeschäfte betrieben zu haben. Dabei hätten sie Trumps Präsidentschaftswahlkampf auf illegale Weise unterstützt. Die Stiftung sei "eine leere Hülle" gewesen, dessen Vorstand sich seit 1999 nicht mehr getroffen hatte. Alle Entscheidungen soll Trump selbst gefällt haben.

Trump und seine Familie sollen mit der Stiftung Spenden in Höhe von 2,8 Millionen Dollar gesammelt haben, um damit den Wahlkampf 2016 zu beeinflussen. Konkret soll es um die Vorwahlen der Republikaner im Bundesstaat Iowa gehen. Einige Aktivitäten sollen dabei von Trumps Wahlkampfstab mit dessen Erlaubnis durch die Stiftung finanziert worden sein.

Das Geld soll Trump aber auch zu anderen Zwecken verwendet haben: So soll er offene Rechtsansprüche gegen sein Feriendomizil Mar-al-Lago in Florida und einen Golfclub mit Stiftungsgeldern beglichen haben. Auch habe Trump der Staatsanwaltschaft zufolge mit Stiftungsmitteln seine Hotels beworben und Gegenstände für den persönlichen Gebrauch gekauft.

Obwohl Trump mehrfach betont hatte, er werde in dem Rechtsstreit um die Stiftung nicht nachgeben, einigten er und seine älteren Söhne Donald Junior und Eric sowie seine Tochter Ivanka sich nun letztlich doch außergerichtlich mit Anklägerin Letitia James, wie Gerichtsunterlagen belegen. Laut James räumte der US-Präsident ein, persönlich Finanzmittel der Stiftung missbräuchlich verwendet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Anklage ein Verfahren eingeleitet, um die Stiftung unter richterlicher Aufsicht zu schließen. Die Auflösung wurde Ende vergangenen Jahres durchgeführt. Das verbliebene Stiftungsvermögen sowie die zwei Millionen Dollar Strafe sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft an mehrere Wohltätigkeitsorganisationen verteilt werden. Zusätzlich darf Trump, sollte er künftig eine neue Wohltätigkeitsstiftung gründen wollen, dies nur unter bestimmten Auflagen tun. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich gefordert, ihm die Gründung von Stiftungen künftig zu verbieten.