Der frühere Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat dem Weißen Haus vorgeworfen, man habe versucht, ihn auf Twitter mundtot zu machen. Bolton setzte mehrere Tweets über seinen bisherigen Account ab und schrieb dort, das Weiße Haus habe ihm seit seinem Rücktritt im September den Zugang zu diesem Twitter-Konto verweigert. Bolton äußerte sich nicht dazu, wie das Weiße Haus ihm den Zugriff auf seinen Twitter-Account verwehrt habe. Dies sei aber womöglich geschehen, weil man sich vor dem fürchte, was er sagen könnte.

Nun habe Twitter ihm die Kontrolle darüber zurückgegeben, wofür er dem Konzern danke. "Wir haben den Twitter-Account jetzt befreit, der unfairerweise nach meinem Rücktritt blockiert wurde", schrieb Bolton am Freitag über den Kurznachrichtendienst an seine mehr als 790.000 Follower.

Abtritt nach Meinungsverschiedenheiten

Trump hat am 10. September die Entlassung Boltons verkündet. Der Präsident begründete seine Entscheidung mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. Bolton stellte damals die Dinge anders dar und schrieb am selben Tag auf Twitter, er selbst habe dem Präsidenten seinen Rücktritt angeboten. Zwischenzeitlich hat Bolton keinen einzigen Tweet abgesetzt.

Auf die Frage, ob er Bolton den Zugang zu dessen Twitter-Account verweigert habe, sagte Trump in einem Telefoninterview des US-Fernsehsenders Fox News: "Natürlich nicht." Er habe ein gutes Verhältnis zu Bolton gehabt. Die beiden hätten einfach bei einigen Dingen unterschiedliche Ansichten.

Nachdem Bolton getwittert hatte, reagierte Susan Rice, die unter Barack Obama Sicherheitsberaterin im Weißen Haus war. Sie schrieb auf Twitter, dass alle Mitarbeiter der Obama-Regierung nach ihrem Ausscheiden aus den jeweiligen Positionen gezwungen worden seien, sich neue Twitter-Accounts anzulegen. "Ich musste mehr als 600.000 Follower aufgeben und von vorn anfangen", schrieb Rice.

In den laufenden Impeachment-Ermittlungen gegen Trump tauchte der Name Bolton bei Zeugenbefragungen immer wieder auf – und die Frage, was er von den Vorgängen in der Ukraine-Affäre wusste. Offen ist bislang, ob Bolton selbst vor dem Kongress aussagen wird. Laut einem Bericht der New York Times hat sein Anwalt signalisiert, dass Bolton selbst Kenntnis von "vielen wichtigen Treffen und Unterhaltungen" in der Affäre habe.