Die Präsidenten der USA und der Türkei, Donald Trump und Recep Tayyip Erdoğan, haben ein gemeinsames Treffen im Weißen Haus bestätigt. Er freue sich, Erdoğan nächsten Mittwoch zu sehen, twitterte Trump nach einem Telefonat mit dem türkischen Staatschef. Auch das türkische Präsidialbüro hat das geplante Treffen bestätigt.

Erdoğan habe Trump in dem Telefonat darüber informiert, dass die Türkei zahlreiche Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen habe, darunter die Ehefrau und eine Schwester des getöteten IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi, schrieb der US-Präsident weiter. Gesprochen habe man auch über die türkische Grenze zu Syrien

Die Türkei hat am 9. Oktober eine Militäroffensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG begonnen. Das Land sieht die Präsenz der YPG an ihrer Landesgrenze als Bedrohung, weil die Miliz enge Verbindungen zur kurdischen PKK hat. Gleichzeitig hat die US-Regierung ihre Truppen aus den nordsyrischen Kurdengebieten abgezogen und ihre einstigen Verbündeten nach Auffassung von Expertinnen und Experten schutzlos zurückgelassen. Die Kurden in der Autonomieregion riefen daraufhin die syrische Armee zu Hilfe, die von Machthaber Baschar al-Assad in der Folge an die türkische Grenze entsandt wurde. Mittlerweile hat die YPG ihre bewaffneten Truppen aus dem nordsyrischen Grenzgebiet abgezogen.

Erdoğan hat ein Treffen mit Trump zuletzt infrage gestellt, nachdem das US-Repräsentantenhaus den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich anerkannt hatte. Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches lehnt eine Einstufung der Massaker an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges als Völkermord ab. Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern USA und Türkei ist seit Langem angespannt. Ein Streitpunkt ist der türkische Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400.