Nach dreimonatiger Unterbrechung haben die USA entschieden, die Gespräche mit den radikal-islamischen Taliban weiterzuführen. Der Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, werde in der ersten Dezemberwoche in Kabul Regierungsvertreter treffen, um zu besprechen, wie die Friedensverhandlungen wieder Fahrt gewinnen könnten, teilte das US-Außenministerium mit. Im Anschluss daran werde er nach Doha reisen, um Vertreter der Taliban zu treffen.

Khalilzad wolle bei den Gesprächen im Emirat Katar "Schritte besprechen, die zu innerafghanischen Verhandlungen und einer friedlichen Lösung des Kriegs führen". Ziel sei es, einen Waffenstillstand zu erreichen, teilte das US-Außenministerium weiter mit. Trump hatte bei seinem Besuch bei US-Soldaten in Afghanistan Ende November die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen angekündigt. Er sprach von einer Waffenruhe als Vorbedingung – was die Taliban bislang abgelehnt haben.

Mehr als ein Jahr lang hatten die USA mit den Taliban verhandelt, bis der US-Präsident die Gespräche Anfang September überraschend aufkündigte. Damals hieß es, man habe kurz vor einer Einigung auf ein Abkommen gestanden, das den Weg für einen Abzug der US-Truppen und für Frieden in Afghanistan bereiten sollte. In den Monaten davor war die Gewalt im Land allerdings eskaliert.

Trump will ein Ende des 18-jährigen Bürgerkriegs in Afghanistan – auch, um für das Wahljahr 2020 einen außenpolitischen Erfolg vorweisen zu können. Die USA waren 2001 nach den Anschlägen des 11. September in Afghanistan eingerückt, um das Terrornetzwerk Al-Kaida zu bekämpfen. Derzeit sind in dem Land noch rund 13.000 US-Soldaten stationiert.

Immer wieder werden in Afghanistan tödliche Anschläge verübt. Zuletzt wurden am Mittwoch bei einem Anschlag im Osten des Landes fünf Afghanen und ein japanischer Arzt getötet. Der Angriff richtete sich gegen ein Fahrzeug in der Stadt Dschalalabad in der Provinz Nangarhar, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Wie ein Sprecher der Provinzregierung der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurden bei dem Angriff neben dem Japaner drei Sicherheitskräfte, der Fahrer und ein Kollege des Arztes getötet.