Russische Hacker sollen einem Zeitungsbericht zufolge im Wahlkampf 2017 das Team des heutigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron attackiert haben. Die Zeitung Le Monde berichtete, dass zwei hochspezialisierte Einheiten mit Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU "die E-Mail-Accounts von Vertrauten des künftigen Präsidenten der Republik ins Visier genommen" hätten. Die Zeitung stützt sich auf Untersuchungsergebnisse von zwei Spezialisten von Google sowie der Firma FireEye.

Die Hacker hätten zunächst in zwei Phasen E-Mails verschickt, um an Passwörter und andere Daten von Mitarbeitern im Team Macron zu kommen. Zwei Tage vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am 5. Mai 2017 seien dann massenhaft Dokumente aus dem Wahlkampfteam von Macron im Internet veröffentlicht worden. Macron hatte damals von einer "Operation zur Destabilisierung" gesprochen, mit dem Ziel, "Zweifel und Desinformation" zu verbreiten. Er gewann letztlich die Wahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Die Informationen veröffentlichte Le Monde nun kurz vor dem Ukraine-Gipfel, der am Montag in Paris im sogenannten Normandie-Format geplant ist. Bei dem Gipfel wollen Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj nach Lösungen für einen Frieden in der Ost-Ukraine suchen. Es ist der erste Ukraine-Gipfel in dieser Zusammensetzung seit drei Jahren.