Der Iran hat einen Historiker der Princeton University freigelassen. Im Gegenzug ließen die USA einen inhaftierten iranischen Wissenschaftler frei. Die US-Botschaft und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bestätigten den Gefangenenaustausch.

Der angehende Doktorand Xiyue Wang wurde laut US-Informationen mit einem Flugzeug der Schweizer Regierung von Teheran nach Zürich geflogen. Dort habe der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hook, den Princeton-Absolventen empfangen. In Landstuhl in Rheinland-Pfalz sollte Wang anschließend von Ärzten untersucht werden. Dies sollte den Angaben nach mehrere Tage dauern. Wangs Ehefrau teilte mit, die Familie sei nun wieder komplett. 

Der 38-jährige Wang war während eines Forschungsaufenthalts für seine Doktorarbeit im August 2016 von iranischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden. Dem Historiker wurde Spionage vorgeworfen, ein Gericht verurteilte Wang zu zehn Jahren Haft. Seine Familie sowie die Universität Princeton und die US-Botschaft wiesen die Vorwürfe zurück.

Bei dem freigelassenen iranischen Wissenschaftler handelte es sich um den Stammzellenforscher Massud Soleimani. Die US-Behörden hatte Soleimani festgenommen, weil dieser angeblich gegen Handelssanktionen verstoßen habe. Der Wissenschaftler wurde verdächtigt, er habe versucht, biologisches Material in den Iran zu schmuggeln. Soleimani und seine Anwälte betonten seine Unschuld.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, dass der Stammzellenforscher sich mit iranischen Regierungsmitarbeitern in der Schweiz aufhalte. Der US-Sondergesandte Hook habe Soleimani in die Schweiz begleitet, hieß es aus US-Regierungskreisen. Der Wissenschaftler sollte im Laufe des Tages in den Iran zurückkehren.

Irans Außenminister Sarif schrieb auf Twitter, er sei froh, dass Soleimani und Wang bald zurück bei ihren Familien seien. Er bedankte sich bei allen Beteiligten, insbesondere der Schweizer Regierung.