Mexiko-Stadt hat ein umfangreiches Paket zur Verbesserung der Luftqualität beschlossen. Unter anderem soll der Kauf weniger umweltbelastender Autos gefördert und der Straßenverkehr eingeschränkt werden. Ziel der insgesamt 14 Maßnahmen sei es, den Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb von fünf Jahren um 30 Prozent zu reduzieren und so auch zum Klimaschutz beizutragen, sagte die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt Claudia Sheinbaum. Die Maßnahmen würden ab März nach und nach eingeführt. Sie betreffen den Großraum der Metropole – diese ist mit rund 22 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Nordamerikas.

Die Sozialdemokratin Sheinbaum, die seit gut einem Jahr regiert, ist Umweltforscherin. Sie gehörte dem Weltklimarat (IPCC) an, als dieser im Jahr 2007 für seine Bemühungen gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt.

Zu den vereinbarten Maßnahmen gehört unter anderem, dass Lastwagen künftig nicht mehr zu Stoßzeiten fahren. Dienstwagen der Stadtregierung dürfen an Freitagen und Wochenenden nicht mehr auf den Straßen unterwegs sein. Zudem ändern sich die Regeln bei der Schadstoffüberprüfung privater Autos. Diese entfällt bei Elektro- und Hybridautos, bei anderen Wagen findet sie je nach Typ alle sechs Monate bis vier Jahr statt. Rund fünf Millionen Autos sind in Mexiko-Stadt unterwegs.

Dort überschreiten die Feinstaubzahlen häufig die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation. Im Mai wurde nach tagelangen Waldbränden im Umland ein Umweltnotstand erklärt. Die Stadt liegt in einem Talkessel, sodass Abgase und Rauch nur schlecht abziehen können.

Bereits seit den Neunzigerjahren wird in Mexiko-Stadt in den Umweltschutz investiert. Zuvor fand sich die Stadt des Öfteren in der Top Ten der Städte mit der schlechtesten Luftqualität weltweit wieder.