Spontane Pressekonferenzen von US-Präsident Donald Trump können durchaus mal länger dauern – das zeigte ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor dem Nato-Gipfel in London am Dienstag. Bei den übrigen Gipfelteilnehmern sorgte das für einigen Spott. Das legt zumindest eine Videoaufnahme aus dem Buckingham Palace nahe, in dem die Staats- und Regierungschefs der Militärallianz von Queen Elizabeth empfangen worden waren.

Auf dem Video sind der kanadische Regierungschef Justin Trudeau, Großbritanniens Premier Boris Johnson, der französische Präsident Emmanuel Macron und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zu erkennen. Zu hören sind Gesprächsfetzen der vier, beginnend mit einer scherzhaften Frage von Johnson. "Ist das der Grund, aus dem Sie zu spät gekommen sind?", fragt er Macron. Daraufhin wirft Trudeau – offenbar mit Blick auf Macrons Treffen mit Trump – ein: "Er war zu spät, weil er unerwartet eine 40-minütige Pressekonferenz vorneweg hatte." Nach diesem Satz ist das Video geschnitten. Danach hört und sieht man erneut Trudeau: "Ich habe gesehen, wie seinem Team die Kinnlade runtergefallen ist", sagt er und macht dazu eine entsprechende Geste.

"Trudeau ist doppelzüngig"

Der Name des US-Präsidenten ist auf der Aufnahme nicht zu hören. Generell ist das Gespräch schlecht zu verstehen und der Zusammenhang nicht ganz klar. Donald Trump indes scheint die Aussagen auf sich zu beziehen – genau wie Millionen User, die die entsprechenden Videoclips in den sozialen Medien inzwischen angeschaut haben. 

Trump jedenfalls wurde während seines Treffens mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Aufnahme angesprochen und reagierte erbost auf die spöttischen Äußerungen seiner Bündnispartner. Trudeau sei "doppelzüngig", sagte der US-Präsident. Der Kanadier sei nur unzufrieden gewesen, weil er ihn auf unzureichende Verteidigungsausgaben angesprochen habe.

Während der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel wertete Trump den Gipfel zwar als "großen Erfolg" und sprach von einem "sehr guten Geist bei diesem Treffen". Seine Pressekonferenz zum Abschluss des Gipfels sagte er dennoch kurzerhand ab – "weil wir so viele in den vergangenen zwei Tagen gemacht haben", wie er auf Twitter schrieb.