Die Türkei hat elf mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" mit französischer Staatsbürgerschaft abgeschoben. In einem Tweet des türkischen Innenministeriums ist die Rede von französischen "Terroristenkämpfern". Bereits im November hatte es aus dem Ministerium geheißen, die Menschen seien in Syrien gefasst worden.

Die Türkei hatte im Oktober im syrisch-türkischen Grenzgebiet eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Während der Militäroffensive waren offiziellen Angaben zufolge 287 Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen worden, darunter Frauen und Kinder.

Quelle: Washington Post (16.10.2019) © ZEIT GRAFIK

Die Türkei hatte im November die Abschiebung von mutmaßlichen IS-Mitgliedern aus dem Ausland verstärkt, die entweder in türkischen Gefängnissen oder in Syrien inhaftiert waren. Das wurde damit begründet, dass die Türkei "kein Hotel" für Kämpfer aus dem Ausland sei. Anfang Dezember hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass die Türkei innerhalb von rund drei Wochen 59 Menschen mit mutmaßlichen Verbindungen zu Terrororganisationen in ihre Heimatländer zurückgeschickt habe. 

Auch nach Deutschland wurden Menschen abgeschoben. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, insgesamt 71 ausländische "Terroristenkämpfer" seien abgeschoben worden, darunter mutmaßliche IS-Mitglieder aus den USA, Dänemark, Irland und den Niederlanden. Unter ihnen sollen 18 Deutsche gewesen sein.

Die Angaben aus der Türkei sind mit Vorsicht zu betrachten, weil offensichtlich auch die Zahl der Kinder, die in Begleitung ihrer Familien abgeschoben werden, in die Statistik mit einfließt. Erst am vergangenen Dienstag war eine mutmaßliche Unterstützerin des IS mit vier Kindern aus der Türkei in Frankfurt angekommen. In der Türkei war die Rede von fünf deutschen "Terroristenkämpfern" gewesen.