Nach dem von einem saudi-arabischen Soldaten verübten tödlichen Schusswaffenangriff auf einem US-Militärstützpunkt in Florida hat das Pentagon die Ausbildung von Militärs aus Saudi-Arabien auf US-Gebiet vorerst eingestellt. Dies teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Demnach sollen während der kommenden zehn Tage die Sicherheitsüberprüfungen von ausländischen Auszubildenden, welche in den Vereinigten Staaten Lehrgänge bei der US-Armee absolvieren, einer Revision unterzogen werden.

Am vergangenen Freitag hatte der saudi-arabische Leutnant Mohammed al-Schamrani auf dem Marinefliegerstützpunkt in Pensacola in einem Unterrichtsgebäude um sich geschossen. Drei US-Militärs wurden getötet und acht weitere Menschen verletzt. Der Angreifer wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

Schütze kritisierte USA als "Nation des Bösen"

Der 21-jährige Schütze soll kurz vor dem Angriff ein Manifest auf Twitter veröffentlicht haben, in dem er die USA als "Nation des Bösen" anprangerte. Der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Robert O'Brien, sprach von einem offenkundigen Terroranschlag. Allerdings müssten die Ermittlungen der Bundespolizei FBI abgewartet werden.

Im Rahmen der nun von US-Vizeverteidigungsminister David Norquist angeordneten Revision der Sicherheitschecks sollen den Pentagon-Angaben zufolge unter anderem alle derzeit von der US-Armee innerhalb der Vereinigten Staaten trainierten saudi-arabischen Militärs erneut durchleuchtet werden. Diejenigen unter ihnen, die in der Pilotenausbildung sind, müssten vorerst am Boden bleiben, sagte ein Ministeriumsmitarbeiter.

In den Vereinigten Staaten werden jährlich hunderte von saudiarabischen Militärs ausgebildet. Die USA und Saudi-Arabien arbeiten bereits seit Jahren militärisch eng zusammen.