Im Atomstreit mit den USA hat die nordkoreanische Führung Zugeständnisse eingefordert. Der Dialog könne nur dann fortgesetzt werden, wenn die USA auf die Bedingungen Nordkoreas eingingen, erklärte Kim Kye Gwan, der Berater des nordkoreanischen Außenministeriums und ehemalige Chefunterhändler seines Landes in diesem Konflikt. Die guten persönlichen Beziehungen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump reichten für Nordkorea nicht aus, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA könnte vielleicht möglich sein, sagte Kim Kye Gwan staatlichen Medien zufolge. Die USA müssten dabei aber den Themen, die Nordkorea aufwerfe, "absolut zustimmen". Doch wisse man in Nordkorea, "dass die USA weder dazu bereit sind, noch fähig sind, das zu tun". Den USA warf Kim Kye Gwan vor, einseitig Druck ausüben zu wollen. Daher könne es Verhandlungen wie beim letztjährigen Gipfel in Vietnam nicht mehr geben.

Bei einem Treffen in Hanoi im Februar 2019 hatten sich Trump und Kim nicht auf einen Plan für die atomare Abrüstung Nordkoreas einigen können. Nordkorea verlangt eine Aufhebung der internationalen Sanktionen. Die USA lehnen dies ab, solange das mit dem nordkoreanischen Atomprogramm bestehende Risiko bestehen bleibt.

Nordkorea sieht sich nicht mehr an Teststopp gebunden

Nach dem gescheiterten Gipfel hatte Kim den USA eine Frist bis Ende 2019 gesetzt, um beiderseits akzeptable Vorschläge für die Fortsetzung der Verhandlungen anzubieten. Weil aus den USA kein Vorschlag erfolgte, sieht sich Pjöngjang nicht mehr an den Teststopp für Atombomben und Langstreckenraketen gebunden. Auch werde Nordkorea in naher Zukunft eine neue strategische Waffe präsentieren, hatte Nordkoreas Diktator zum Jahreswechsel mitgeteilt.

Nordkorea hat seit Ende Juli vergangenen Jahres mit mehreren Raketentests gegen UN-Resolutionen verstoßen. Laut der nordkoreanischen Führung handele es sich bei den Tests um eine "Warnung" und Reaktion auf die Militärübungen, die Südkorea jährlich mit den USA abhält. Solange die Übungen anhielten, sei auch Nordkorea nicht bereit, den innerkoreanischen Dialog weiterzuführen, hieß es in einer Mitteilung an die Regierung in Seoul.

In den vergangenen Jahren hat Nordkorea trotz zahlreicher UN- und US-Sanktionen immer wieder Tests von Atomwaffen sowie von Mittel- und Langstreckenraketen ausgeführt. Expertinnen und Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Land über Interkontinentalraketen verfügt, die das US-amerikanische Festland erreichen könnten.