Der bei einem US-Drohnenangriff getötete iranische General Kassem Soleimani soll nach Angaben von Präsident Donald Trump Angriffe auf vier US-Botschaften geplant haben. Trump nannte im konservativen Nachrichtensender Fox News vor allem die US-Vertretung in Bagdad, blieb in seiner Wortwahl aber vage. So sagte er zunächst, dass "wahrscheinlich" die Botschaft in der irakischen Hauptstadt angegriffen werden sollte. Dann ergänzte er: "Ich kann verraten, dass ich glaube, dass es wahrscheinlich vier Botschaften gewesen wären."

Die US-Regierung steht unter Zugzwang, den tödlichen Angriff auf den Topgeneral zu rechtfertigen. Die Demokraten hatten Zweifel an der Begründung angemeldet, Soleimani habe bevorstehende Angriffe auf US-Bürger geplant. Ein republikanischer Senator hatte ebenfalls bemängelt, dass die Regierung auch in einer vertraulichen Unterrichtung des Senats kaum Beweise für diese Darstellung vorgelegt habe.

Trump hatte bereits am Donnerstag fast beiläufig gesagt, Soleimanis Pläne hätten darauf abgezielt, eine US-Botschaft in die Luft zu jagen. US-Außenminister Mike Pompeo sagte nun, die Angriffe hätten sich gegen US-Einrichtungen in der Region einschließlich US-Botschaften und Militärstützpunkte gerichtet. "Wir hatten spezifische Informationen über eine unmittelbare Bedrohung, und diese Bedrohungen umfassten Angriffe auf US-Botschaften. Punkt."

Iran–USA - USA kündigen zusätzliche Sanktionen an Wegen des Raketenangriffs auf US-Truppen im Irak haben die USA Sanktionen gegen den Iran erlassen. Betroffen seien unter anderem die Textil- und die Bergbauindustrie. © Foto: Nicholas Kamm/​AFP/​Getty Images

Drohnenangriff auf weiteren Al-Kuds-Kommandeur

Die USA hatten den Anführer der für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden vergangene Woche bei einem Drohnenangriff im Irak getötet – und planten offenbar, zeitgleich einen weiteren hochrangigen iranischen Kommandeur zu töten. Wie zunächst die Washington Post und danach auch die Nachrichtenagentur AP sowie der Fernsehsender CNN berichteten, ist dieser geplante Angriff auf Abdul Resa Schahlai – einen Kommandeur der Al-Kuds-Brigraden – dann aber fehlgeschlagen.

Die Angriffe auf Soleimani und Schahlaei sollen der Washington Post zufolge in etwa zur gleichen Zeit angeordnet worden sein. Da die Operation gegen Schahlaei nicht zum gewünschten Erfolg geführt habe, habe die US-Regierung diese nicht bekannt gegeben, führte die Zeitung weiter aus. Weder das US-Verteidigungsministerium oder das Außenministerium noch das Weiße Haus hätten die Operation kommentieren wollen.

Auch gegenüber AP wollte sich das Pentagon zu der mutmaßlichen Operation im Jemen nicht äußern. Die Sprecherin des Ministeriums, Rebecca Rebarich, sagte lediglich, der Bericht über einen Luftangriff am 2. Januar im Jemen sei der Behörde bekannt. Der Jemen sei schon seit Langem ein sicherer Ort für Terroristen und andere Gegner der Vereinigten Staaten.

Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte, und werden von den USA als Terrororganisation eingestuft. Das State Department bietet eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen, die die Finanzen der Revolutionsgarde beeinträchtigen – darunter auch Informationen über Schahlai, der für die Finanzen der Brigaden zuständig sein soll.