Iran - Donald Trump verzichtet vorerst auf militärische Reaktion Bei Irans Attacken auf Militärbasen im Irak sind laut dem Präsidenten keine US-Bürger zu Schaden gekommen.Trump kündigt weitere Sanktionen gegen den Iran als Reaktion an. © Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Als Reaktion auf die iranischen Raketenangriffe auf Militärstützpunkte im Irak werden die USA zusätzliche Sanktionen gegen den Iran erlassen. Das hat US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bekannt gegeben. Die USA würden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, das Land würden "sehr mächtige Wirtschaftssanktionen" erwarten, sagte Trump. Diese würden solange aufrechterhalten, bis die Regierung in Teheran ihr Verhalten ändere. Konkret müsse das Land dafür seine Ambitionen zur Herstellung von Atomwaffen aufgeben und aufhören, Terroristen zu unterstützen. 

Auf eine militärische Reaktion verzichtet der Präsident. "Die Tatsache, dass wir dieses großartige Militär und die Ausrüstung haben, bedeutet allerdings nicht, dass wir es einsetzen müssen. Wir wollen es nicht einsetzen", sagte Trump.

Bei den Angriffen sind seinen Angaben zufolge weder US-Soldaten noch Iraker zu Schaden gekommen. Der Militärstützpunkt habe ebenfalls "nur minimalen Schaden" davongetragen, weil ein Frühwarnsystem gut funktioniert habe.

Weiter sagte der US-Präsident, dass er vorhabe, die Nato zu einem stärkeren Engagement im Nahen Osten aufzurufen. Länder wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China sollten zudem nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, "das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort" machen würde.

Trump fügte hinzu, die USA seien bereit zum Frieden, mit jedem, der das wolle. Die USA und der Iran sollten zusammenarbeiten, unter anderem im Kampf gegen den IS.

Als Reaktion für die gezielte Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch US-Kräfte hatte der Iran in der Nacht zum Mittwoch von den USA angeführte internationale Truppen im Irak attackiert. Trump hatte den Iran zuvor vor Vergeltungsangriffen gewarnt und mit "harten und schnellen" Gegenschlägen gedroht.

Abgefeuert wurden die Raketen auf den westirakischen Stützpunkt Ain al-Assad – die größte Luftwaffenbasis im Irak mit Präsenz von US-Soldaten. Angegriffen wurde auch der Stützpunkt Harir in der nordirakischen Kurdenregion in der Nähe von Erbil, wo die Bundeswehr 100 Militärausbilder stationiert hat. Berichte, nach denen auch der Stützpunkt Tadschi nahe Bagdad beschossen wurde, sind bislang nicht bestätigt worden.

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US-Stützpunkte in der Krisenregion

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