In Griechenland übernimmt erstmals eine Frau das Präsidentenamt. Eine parteiübergreifende Mehrheit von 261 Abgeordneten wählte die Juristin Ekaterini Sakellaropoulou an die Spitze des Staates, wie das Parlamentspräsidium mitteilte. Nötig waren mindestens 200 der insgesamt 300 Stimmen, 33 Abgeordnete enthielten sich. Sakellaropoulou folgt damit auf den Konservativen Prokopis Pavlopoulos, dessen fünfjährige Amtszeit im März regulär endet. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Sakellaropoulou war bisher Richterin und Präsidentin des obersten griechischen Verwaltungsgerichtshofes – ebenfalls als erste Frau. Das griechische Staatsoberhaupt hat rein repräsentative Aufgaben, doch ist die Wahl von Sakellaropoulou zur Präsidentin von großem symbolischem Wert.

Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte Sakellaropoulou im Januar als Kandidatin vorgeschlagen. "Die Demokratie ist weiblich. Es ist die Zeit gekommen, erstmals eine Frau ins höchste Amt des Staates zu wählen", hatte er seinen Vorschlag begründet. Die Richterin wurde gemeinsam von der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia, der linken Oppositionspartei Syriza und der sozialdemokratischen Partei nominiert.