Der Iran hat angekündigt, die Flugschreiber der am 8. Januar abgeschossenen ukrainischen Passagiermaschine den Behörden in der Ukraine zu übergeben. Die Auswertung der Daten-Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit auf den stark beschädigten zwei Flugschreibern sei im Iran technisch nicht möglich, teilte der Chef für Unfalluntersuchungen der zivilen Luftfahrtbehörde des Iran, Hassan Resaeifer nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim mit.

Experten aus Frankreich, den USA und Kanada würden helfen, die Flugschreiber in Kiew zu analysieren. Wenn es dort nicht funktioniere, würden sie nach Frankreich geschickt, sagte Resaeifer. Aus der Ukraine gab es zu dieser möglichen Weiterleitung nach Frankreich keine Informationen.

Die Maschine war am 8. Januar kurz nach dem Start in Teheran von der Iranischen Revolutionsgarde abgeschossen worden. Zuvor hatte die Revolutionsgarde ballistische Raketen auf US-Soldaten im Irak gefeuert und damit auf den tödlichen US-Luftangriff auf den iranischen General Kassem Soleimani reagiert. Nach Behördenangaben verwechselten Offiziere das Flugzeug mit einem US-Marschflugkörper. 

Irans Präsident Hassan Ruhani will lückenlose Aufklärung

Bei dem Abschuss der Boeing 737-800 der Ukraine International Airlines starben alle 176 Menschen an Bord. Nach iranischen Angaben waren 147 der Passagiere Iraner, darunter viele mit doppelter Staatsbürgerschaft, sowie 29 Bürgerinnen der Ukraine, Kanadas, Schwedens und Afghanistans. Die anderen Länder haben den Iran aufgefordert, die Verantwortung zu übernehmen und den Opferfamilien Schadenersatz zu zahlen.

Der Abschuss der Maschine und besonders die Tatsache, dass die iranische Führung ihn zunächst mehrere Tage lang leugnete, führten im Iran zu Protesten. Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten eine Bestrafung der Verantwortlichen, einige sogar den Rücktritt der iranischen Führung. Präsident Hassan Ruhani versprach daraufhin eine gründliche und lückenlose Aufklärung der Abschussumstände durch ein Sondergericht und verschiedene Expertenteams.