Der Flugschreiber des am 8. Januar abgeschossenen ukrainischen Passagierflugzeuges soll vorerst doch nicht in die Ukraine übergeben werden. "Die Flugschreiber der ukrainischen Boeing sind in iranischen Händen und wir haben keine Pläne, sie rauszuschicken", sagte der Leiter der Unfallabteilung der iranischen Luftfahrtbehörde, Hassan Resaeifar, laut eines Berichts der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Tags zuvor hatte ihn die halbamtliche Agentur Tasnim noch mit den Worten zitiert, der Iran werde Datenschreiber und Stimmrekorder an die Behörden in der Ukraine übergeben, weil das Auslesen im Iran nicht möglich sei.

"Wir versuchen, die Blackbox hier im Iran zu analysieren. Ansonsten sind unsere Optionen die Ukraine und Frankreich. Aber es wurde bisher keine Entscheidung getroffen, sie in ein anderes Land zu schicken", sagte Resaeifar nun.

Eine Veröffentlichung der Daten aus den Flugschreibern könnte dem Iran massiv schaden. Auf dem Stimmenrekorder aus dem Cockpit könnten etwa jene 20 Sekunden zu hören sein, die zwischen dem Einschlag der ersten und zweiten iranischen Rakete lagen, nach der das Flugzeug abstürzte.

Sterbliche Überreste ukrainischer Opfer nach Kiew überführt

Alle 176 Menschen an Bord kamen ums Leben, als die iranischen Revolutionsgarden das Flugzeug versehentlich abschossen, weil sie es für eine US-Rakete hielten. Drei Tage lang dementierte der Iran den Abschuss. Als die Regierung ihn schließlich eingestand, kam es zu wütenden Protesten im Iran.

Die Leichen der elf ukrainischen Todesopfer wurden am Sonntag nach Kiew überstellt. Von einer Maschine der ukrainischen Luftwaffe wurden die Särge für eine Trauerfeier in den Flughafen von Kiew getragen.