Im Iran sind mehrere Personen nach staatlichen Angaben wegen ihrer Rolle bei dem Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs festgenommen worden. Nach "umfassenden Ermittlungen" seien "einige" Personen verhaftet, sagte Justizsprecher Gholamhossein Esmaili. Er wurde in iranischen Staatsmedien zitiert. Esmaili nannte jedoch weder eine konkrete Zahl noch Namen.

Präsident Hassan Ruhani hatte zuvor in einer Fernsehansprache gesagt, der Abschuss war ein "unverzeihlicher Fehler", und betont, alle Verantwortlichen würden bestraft. Für die Bevölkerung sei es wichtig, "dass jeder, der in irgendeiner Art falsch oder fahrlässig gehandelt hat" zur Verantwortung gezogen werde. Es sei ein "guter erster Schritt", dass die Streitkräfte ihren Fehler zugegeben hätten. Es handle sich um ein "tragisches Ereignis", das genau untersucht werde. Seine Regierung sei den Iranern und Iranerinnen und anderen Nationen, die bei dem Absturz Todesopfer zu beklagen hatten, zur Rechenschaft verpflichtet. 

Ruhani forderte außerdem die Einrichtung eines Sondergerichts "mit einem ranghohen Richter und dutzenden Experten", vor das die Verantwortlichen des Boeing-Abschusses gestellt werden sollten. "Die ganze Welt wird zusehen", so der Präsident.

Der Iran hatte am Samstag nach tagelangem Leugnen zugegeben, dass der Absturz der Passagiermaschine am vergangenen Mittwoch nicht auf einen technischen Defekt zurückging, sondern durch einen Raketenbeschuss verursacht wurde. Dies sei unabsichtlich geschehen. Die Revolutionsgarden übernahmen die Verantwortung.

Bei dem Abschuss starben alle 176 Passagierinnen und Passagiere. Unter ihnen waren auch viele Menschen mit iranischer Staatsbürgerschaft. Das Verhalten der Behörden löste nicht nur international, sondern auch im Iran scharfe Kritik an der Führung aus. In mehreren Städten kam es zu Protesten.