Griechenland hat mit einer Blockade einer europäischen Friedensvereinbarung für Libyen gedroht. Sein Land werde ein Abkommen blockieren, wenn eine Seegrenzen-Vereinbarung zwischen der international anerkannte Regierung in Tripolis und der Türkei nicht aufgehoben wird, warnte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis im Sender Alpha TV.

Für Freitag sind Gespräche zwischen Mitsotakis und dem libyschen General Chalifa Haftar geplant, dessen Streitkräfte die Regierung in Tripolis bekämpfen. Haftar traf am Donnerstagabend in Athen ein und traf den griechischen Außenminister Nikos Dendias.

Griechenland stemmt sich gegen das Abkommen zwischen Tripolis und der Türkei, das das Anrecht Griechenlands auf manche Seegebiete ignoriert, in denen Erdgasvorkommen vermutet werden.

Mitsotakis sagte, er habe ranghohe Funktionäre in Europa über seine Absicht informiert, eine mögliche Friedensvereinbarung zu blockieren. "Griechenland wird auf der Ebene eines (EU-) Gipfeltreffens nie eine politische Lösung zu Libyen akzeptieren, die nicht als Vorbedingung die Annullierung dieser Vereinbarung enthält", sagte er. "Einfach ausgedrückt werden wir unser Veto sogar schon einlegen bevor die Angelegenheit den Gipfel erreicht, auf Außenministerebene."

Mitsotakis äußerte sich auch enttäuscht darüber, dass Griechenland nicht zu dem für Sonntag geplanten internationalen Gipfel zu Libyen in Berlin eingeladen worden sei. Er werde Bundeskanzlerin Angela Merkel noch am Donnerstag anrufen, um darüber zu sprechen. "Es ist falsch, dass wir nicht eingeladen wurden", sagte er. "Wir haben Seegrenzen mit Libyen und wir hätten in Berlin sein sollen."

An dem Gipfel in Berlin, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen hatte, werden unter anderem die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, die Republik Kongo, Italien, Ägypten und Algerien teilnehmen. Auch der Generals Haftar hat seine Teilnahme signalisiert. Die USA werden von Außenminister Mike Pompeo auf der Konferenz vertreten. Das teilte Pompeos Sprecherin Morgan Ortagus in Washington mit.